Ökostrom-Planung

Hessen legt erstmalig eine Windkarte vor

Mit einer Windkarte hat die hessische Landesregierung einen weiteren Schritt zum Ökostrom-Ausbau gemacht. Mit der sogenannten Windpotenzialkarte lägen jetzt Kataster für alle erneuerbaren Energieträger vor, sagte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) bei der Vorstellung am Montag in Wiesbaden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden/Chemnitz (dapd/red) - Die Regionalversammlungen hätten nunmehr ein "ideales Planungsinstrument". Die Opposition begrüßte die Karte, forderte aber weitere Schritte auf dem Weg zur Energiewende.

Beim Hessischen Energiegipfel war im November der Ausbau der erneuerbaren Energien, also auch der Windkraft, beschlossen worden. Puttrich erklärte, mit der Karte lasse sich nun genau ermitteln, wo dafür die geeigneten Ressourcen vorhanden seien. Die Regionalversammlungen könnten auf der Basis der beim Gipfel beschlossenen Kriterien mögliche Windvorrangflächen ermitteln.

Die von der Karte aufgezeigten Windgeschwindigkeiten seien ein wichtiges Grundlagenkriterium, sagte die Ministerin. Als weitere Aspekte bei der Standortplanung nannte sie Abstandsregelungen zu Wohngebieten und Straßen, den grundsätzlichen Ausschluss von Naturschutzgebieten, Naturdenkmälern und Nationalparks sowie den Vogelschutz.

Öffentliches Windkraft Projekt in Brandenburg erfolgreich

In erneuerbare Energien wird auch in anderen Bundesländern investiert. So hat jetzt der Chemnitzer Energieversorger Envia-M mitgeteilt, dass sich am ersten öffentlichen Windpark-Finanzierungsprojekt des Anbieters rund 300 Kunden beteiligt hätten. Die Summe aller Darlehen betrage 3,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag auf dapd-Anfrage mitteilte. Damit sei das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen aller Darlehen ausgeschöpft. Weitere Bürgerbeteiligungen seien noch nicht spruchreif.

Mittels Privatanteilen zwischen 1.000 und 20.000 Euro will das Unternehmen bis 2018 seine Investition in den Windpark Frehne (Brandenburg) refinanzieren. Die jährliche Verzinsung bei einem Mindeststromertrag von 9,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr beträgt vier Prozent.