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Hessen: Grüne legen energiepolitisches Zehn-Punkte-Programm vor

Die Grünen im hessischen Landtag haben ein Zehn-Punkte-Programm zur Förderung der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen vorgelegt. Dazu gehört ein "Aktionsplan Biogas", die Nutzung der Holzvorräte und die Einrichtung von "Energiebörsen".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp/sm) - "Da kein Ende der steigenden Öl- und Gaspreise absehbar ist, müssen alle erdenklichen Schritte unternommen werden, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern", begründete der Grünen-Abgeordnete Martin Häusling in Wiesbaden den Vorstoß seiner Fraktion. Häusling nannte als einen Punkt die Entwicklung eines Aktionsplanes Biogas. Außerdem schlug er eine verstärkte Förderung von Nahwärmenetzen im Umkreis etwa von Holzhackschnitzel-Heizkraftwerken vor. Dem Landesbetrieb Hessen-Forst weist das Grünen-Konzept eine zentrale Rolle in dem Bemühen zu, Holzvorräte für die Energiegewinnung zu erschließen. Zudem will die Partei bei den Ämtern für ländlichen Raum "Energiebörsen" einrichten, die Angebot und Nachfrage nach landwirtschaftlichen Reststoffen für die Verbrennung koordinieren sollen. Häusling plädierte ferner für einen Innovationsfonds für nachwachsende Rohstoffe, eine Initiative "Biosprit aus Hessen" sowie eine begleitende Beratungs- und Bildungsoffensive.

Nach Berechnung der Grünen entstanden in den vergangenen Jahren durch den Ausbau erneuerbarer Energien bundesweit 130 000 neue Arbeitsplätze. Bisher würden die Potenziale nachwachsender Energieträger aber nur unzureichend genutzt, kritisierte er. Nach den Worten des Grünen-Politikers könnte von den insgesamt 420 000 Hektar Ackerfläche in Hessen ein Fünftel der energetischen Nutzung dienen. Von den gut 340.000 Hektar Grünland seien rund 10 Prozent auf diese Weise nutzbar, fügte er hinzu.

Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) verwies auf das Regierungsprogramm, in dem bereits vor zweieinhalb Jahren die Förderung nachwachsender Rohstoffe als ein zentrales Anliegen festgeschrieben worden sei. Der Stromverbrauch von 420.000 Drei-Personen-Haushalten - 15 Prozent aller hessischer Haushalte - und der Heizungsbedarf von 280.000 Durchschnittswohnungen (10 Prozent aller Wohneinheiten landesweit) könnten bereits jetzt über erneuerbare Energien gedeckt werden, unterstrich er.

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