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Hessen: Biblis bleibt vom Netz

Das am Montagabend abgeschaltete Atomkraftwerk liefert weiterhin keinen Strom. Die Dauer der außerplanmäßigen Abschaltung könne noch nicht abgeschätzt werden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag. Grund sind Überprüfungen beider Blöcke auf Montagemängel.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis (ddp-hes/sm) - Bei der planmäßigen Revision von Block A waren Montagemängel bei einer bestimmten Dübelart festgestellt worden. Auf diese Mängel werden auch die Dübel im Block B untersucht.

Die Aufnahme der Stromproduktion hänge davon ab, ob tatsächlich Montagemängel festgestellt würden. Nur durch die Überprüfung kann dem Ministerium zufolge eine Gefahr bei Rohrleitungsbrüchen oder Erdbeben ausgeschlossen werden. Auf den laufenden Betrieb hätten die Mängel nach bisherigem Kenntnisstand keine Auswirkungen.

Die Grünen forderten vom hessischen Umweltminister, umgehend über die Montagemängel aufzuklären. Gleichzeitig appellierten sie an die Landesregierung, die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung über die Profitinteressen des Kraftwerkbetreibers RWE zu stellen. Die Umweltexpertin der Grünen, Ursula Hammann, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass - obwohl weder Biblis A noch B derzeit Strom produzierten - entgegen dem "Panikgerede" von CDU und RWE in Hessen kein Licht ausgegangen sei.

Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti sprach sich unterdessen gegen ein Atommülllager im Hanauer Stadtteil Wolfgang aus. Mit dem endgültigen hessischen Atomausstieg im Jahr 2009 und dem Einstieg in erneuerbare Energien brauche man dieses nicht mehr, sagte sie. "Wir werden den atomaren Leichtsinn in unserem Land beenden", betonte Ypsilanti. Die Nuklearwirtschaft sei auch wegen der unlösbaren Lagerproblematik für radioaktiven Abfall nicht zu verantworten.

Von David Rollik