Energiepolitik

Hessen als Musterland für Zukunftsenergie

Die Fraktion der Grünen im hessischen Landtag hat einen nach eigener Aussage ehrgeizigen Aktionsplan zur Energiepolitik aufgestellt. Im Jahr 2030 sollen in Hessen 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen und bis 2020 40 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/red) - Fraktionschef Tarek Al-Wazir sagte am Montag in Wiesbaden: "Wir wollen Hessen zum Musterland für Zukunftsenergie und Klimaschutz machen." Der Plan sehe neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Senkung des CO2-Ausstoßes auch vor, dass in der Umweltbranche insgesamt 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Grünen zeigten sich enttäuscht vom Koalitionsvertrag der CDU/FDP-Regierung und dem Entwurf des Landeshaushalts für das laufende Jahr. Auch für die SPD seien Umwelt- und Klimaschutz keine Schwerpunkte mehr, erklärte Al-Wazir. Dabei sei es angesichts der Wirtschaftskrise "nötiger denn je, auf Zukunft zu setzen". Zudem entwickle sich die Umweltbranche zur "neuen Leitindustrie". Die Hannover-Messe habe gezeigt, dass auf erneuerbare Energien spezialisierte Betriebe "der stabilste deutsche Industriezweig" seien, sagte der Grünen-Politiker.

Energieversorgung ohne Kohle und Atomkraft

Konkret fordern die Grünen in ihrem Aktionsplan die dauerhafte Abschaltung des Kernkraftwerks im südhessischen Biblis. Würden die Weichen jetzt gestellt, sei 2030 eine Energieversorgung ohne Atom- und Kohlestrom möglich, erklärte die energiepolitische Sprecherin der Partei, Ursula Hammann. Eine Energieagentur soll Verbraucher zum Stromsparen beraten. Gebäude müssten effektiv wärmegedämmt oder in Passivhausstandard erbaut werden. Bei der Verkehrspolitik fordern die Grünen, dass Bahn-, Bus- und Radverkehr der Vorzug vor Auto und Flugzeug gegeben werde.