Unabhängigkeit sichern

Hertener Stadtwerke beteiligen sich an Kohlekraftwerk

Die Hertener Stadtwerke beteiligen sich am neuen Kraftwerk Herne 5. Damit will sich der lokale Versorger einen Teil seines Strombezuges aus dem Steinkohlekraftwerk sichern und so von marktbeherrschenden Stromproduzenten und Großhandelspreisen unabhäniger zu werden.

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Herten (red) - Das geplante Steinkohlekraftwerk der STEAG AG soll neben einem Anteil des Betreibers allein in den Händen von insgesamt rund 40 Stadtwerken bleiben. Von der Gesamtleistung von 690 Megawatt netto stehen den kommunalen Partnern 600 Megawatt zur Verfügung. Die Hertener Stadtwerke beteiligen sich in einem Verbund regionaler Stadtwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt, wovon sie etwa 10 Megawatt erhalten.

"Über die Bildung von Kooperationen erschließen sich kleinere und mittlere kommunale Energieversorgungsunternehmen die Möglichkeit, in Großkraftwerke zu investieren", erläutert Christian Krüger, Geschäftsführer der ehw Kraftwerksbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG. Damit können sie einen Teil des Strombezugs langfristig absichern und "werden von der Preisentwicklung an der Strombörse unabhängiger". So tragen diese Stadtwerke in kommunaler Hand dazu bei, den Wettbewerb auf dem Strommarkt zu beleben: Sie vergrößern die Zahl der Anbieter und bilden ein Gegengewicht zu den großen Energieversorgern, so Krüger weiter.

Die Anlage "Herne 5" soll 2011 den Betrieb aufnehmen. Die Partner können daraus 20 Jahre verlässlich Strom beziehen, danach soll es eine Verlängerungsoption geben. Die Anlage werde mit neuester Technik zur Reduzierung von Emissionen ausgerüstet, die Grenzwerte werden zuverlässig unterschritten. Zudem soll regelmäßig in die Modernisierung der Anlage investiert werden.