Atomstreit in Bayern

Herrmann für Korrekturen am Atomausstieg - SPD kritisiert Vorstoß

Bayerns CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann pocht auf Korrekturen am bislang geplanten Atomausstieg. Herrmann betonte in einem ddp-Interview, sichere Kernkraftwerke in Deutschland dürften nicht einfach abgeschaltet werden. Diese Position werde aus Gründen des Klimaschutzes noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-bay) - Herrmann fügte hinzu: "Es gibt kein Chance, die Kernkraftwerke kurzfristig durch regenerative Energien zu ersetzen - und es wäre umweltpolitisch verantwortungslos, statt dessen auf neue Kohlekraftwerke zu setzen." Die CSU werde deshalb bei diesem Thema nicht lockerlassen. Herrmann betonte, notwendig sei ein "vernünftiger Energiemix". Dazu gehöre ein Ausbau regenerativer Energien, aber auch die Kernenergie. Der CSU-Fraktionschef fügte hinzu: "Und ich bin sicher, dass die SPD das eines Tages auch noch einsehen wird."

Die SPD wies Herrmanns Vorstoß hingegen zurück. Die CSU und ihr Fraktionschef, "der sich als beurlaubter Siemens-Spitzenmann nach wie vor offen als bekennender Atomlobbyist betätigt", sollten nicht länger am im schwarz-roten Koalitionsvertrag bekräftigten Atomkonsens rütteln, forderte die SPD-Vizefraktionsvorsitzende Susann Biedefeld vergangene Woche in München.

Die Energieexpertin erinnert daran, dass nach dem Atomkonsens auch die fünf bayerischen Kernkraftwerke ab 2009 Schritt für Schritt vom Netz gehen müssten. "In dieser Frage gibt es für uns keinerlei Kompromissbereitschaft", sagte die SPD-Politikerin. Sie fügte hinzu: "Wir wollen in Bayern Weltmeister werden und Weltmarktführer bei den erneuerbaren Energien."