Notwendig

Helmut Schmidt erwartet Wende der SPD beim Atomausstieg

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hält eine Abkehr der SPD vom beschlossenen Atomausstieg für realistisch. Auf die Frage, ob die SPD sich einen Ausstieg aus dem Atomausstieg erlauben könne, sagt Schmidt dem Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit": "Diese Wende ist im Augenblick nicht dringend notwendig, aber irgendwann wird sie kommen."

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Schmidt hatte sich in seiner Zeit als Bundeskanzler gegen heftige Widerstände seiner Partei für Kernkraftwerke eingesetzt. "Ich finde es erstaunlich, dass unter allen großen Industriestaaten der Welt - von den USA bis China, Japan und Russland - die Deutschen die Einzigen sind, die glauben, sie könnten ohne Kernkraft auskommen", sagte der "Zeit"-Herausgeber.

Weiter sagte der Alt-Kanzler: "Wir haben praktisch unseren Kohlebergbau aufgegeben, wir haben so gut wie kein Öl in unserem Boden, auch nicht vor unseren Küsten. Deshalb liegt es nahe, dass Deutschland einen Teil seiner Energie aus Kernkraft bezieht." Natürlich habe Kernkraft ihre Risiken. "Es gibt aber keine Energie und nichts auf der Welt ohne Risiken, nicht einmal die Liebe", sagt der Ex-Kanzler.