Energie sparen

Heizungssteuerung richtet sich nach dem Wetter

Die Jülicher Firma Meteoviva hat im Aachener Finanzzentrum eine Wettervorhersagesteuerung eingebaut, die die Heizung auf der Basis metereologischer Daten reguliert. Das ohnehin mit Blick auf Energieeffizienz gebaute Zentrum soll so noch einmal knapp ein Fünftel an Heizkosten einsparen. Die maximal mögliche Ersparnis soll noch deutlich darüber liegen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Aachen/Berlin (red) - So soll das ICE-Werk der Krefelder Bahn 47 Prozent weniger Gas verbrauchen und gar knapp 90 Prozent weniger Strom bei der Umluftheizung. Diese Zahlen nannte Meteoviva-Chef Manfred Werner im Interview mit der Welt. Es geht vor allem darum, dass nicht gleich neue Heizsysteme eingebaut werden müssen, um die Energie in einem Gebäude effizienter zu nutzen.

Vorhandene Gebäudetechnik ergänzen

Stattdessen will man vorhandene Technik anwenden und durch die intelligente Heizungssteuerung ergänzen. Dabei werden lokale Wetterdaten und die Beschaffenheit des Gebäudes berücksichtigt, um eine möglichst angenehme Raumtemperatur zu schaffen. Die Entwicklung der Raumtemperatur und der benötigte Energieeinsatz sollen präzise vorausberechnet werden können, so Werner zur "Welt". Über ein Online-Portal kann man Klimaprofile für jede Zone eines Gebäudes erstellen und den Energieverbrauch kontrollieren.

Selbst die von anwesenden Personen und elektronischen Geräten erzeugte Wärme wird berücksichtigt. Die Wetterdaten werden für einige Tage im Voraus berechnet, das System soll aber auch in der Lage sein, auf Wetterumschwünge flexibel zu reagieren. Die Daten werden über die Internet- oder ISDN-Leitung oder auch über Mobilfunk übermittelt. An einer Version für Privatkunden arbeite man schon, so Werner.

Einbau soll sich schnell bezahlt machen

Laut Werner amortisiert sich der Einbau einer Wettervorhersagesteuerung recht schnell, beim Aachener Finanzzentrum nach rund zwei Jahren. Daher sieht er hier ein enormes Marktpotenzial für das Konzept, das auch bei der Sparkasse am Niederrhein und in Pilotprojekten in Jülich und Düsseldorf anscheinend ziemlich erfolgreich umgesetzt wird. Derzeit sucht Meteoviva Lizenznehmer, die die Produkte vertreiben und installieren sollen.