Heizkostenvergleich

Heizspiegel 2014: Rückzahlungen beim Heizöl erwartet

Wer musste 2013 in Sachen Heizkosten am tiefsten in die Tasche greifen und wo sind die eigenen Kosten im bundesweiten Vergleich zu verordnen? Derartige Fragen beantwortet der aktuelle Heizspiegel. Vor allem Heizöl-Kunden können nach Einschätzung des Deutschen Mieterbundes auf eine Rückzahlung hoffen.

Stromkosten© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Berlin (red) - Durchschnittlich 1.000 Euro Heizkosten zahlten die Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Wohnung im vergangenen Jahr in Deutschland. Dabei mussten Haushalte, die mit Heizöl heizten, am tiefsten in die Tasche greifen. Im Schnitt wurden hier 1.085 Euro für das Jahr 2013 fällig. Das waren knapp 20 Prozent mehr, als Haushalte mit einer Erdgasheizung bezahlten. Diese zahlten 910 Euro für die 70 Quadratmeter große Wohnung.

Die Kosten für die fernwärmebeheizte Wohnung betrugen im Durchschnitt 1.055 Euro und waren damit rund 16 Prozent höher als für gasbeheizte Wohnungen. Das sind die aktuellen Ergebnisse des neuen bundesweiten Heizspiegels 2014, der von co2online und dem Deutschen Mieterbund veröffentlicht wurde.

Rückzahlungen im zweistelligen Bereich

"2013 ist es insgesamt etwas kühler gewesen als 2012, so dass ein geringer Anstieg des Heizenergieverbrauchs festzustellen war. Im Gegenzug ist der Heizölpreis um durchschnittlich sechs Prozent gesunken, die Erdgaspreise stiegen um 1,3 Prozent, die Fernwärmepreise um 2,8 Prozent", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, sieht eine Entlastung insbesondere für die knapp 30 Prozent der Haushalte, die mit Heizöl heizen: "Erstmals seit langer Zeit können einzelne Haushalte bei der Heizkostenabrechnung 2013 sogar mit einer Rückzahlung im zweistelligen Bereich rechnen".

Heizkosten sollen weiter sinken

"Für das Abrechnungsjahr 2014 wird es für die meisten Haushalte "Geld zurück" heißen. Die Preise für Heizöl sind von Januar bis Juli 2014 erneut um 5,4 Prozent gesunken. Auch Fernwärme wurde um gut ein Prozent preiswerter, und der Gaspreis lag stabil auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig ist der Energieverbrauch im 1. Halbjahr 2014 gesunken. Die Wintermonate waren zu Beginn des Jahres deutlich weniger kalt als noch 2013. Somit wird die Heizkostenabrechnung für das aktuelle Jahr aus heutiger Sicht deutlich niedriger ausfallen", prognostiziert der Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten.

Heizkosten überprüfen

Ob der Heizenergieverbrauch, die Heizkosten und die CO2-Emissionen ihres Gebäudes angemessen oder zu hoch sind, können Mieter und Eigentümer ab sofort mit dem Bundesweiten Heizspiegel 2014 prüfen. Neben dem kostenlosen Heizspiegel wird nur noch die aktuelle Heizkostenabrechnung 2013 benötigt.

Bereits zum zehnten Mal veröffentlicht die gemeinnützige co2online GmbH den bundesweiten Heizspiegel. Wer die Angemessenheit der Werte seiner Heizkostenabrechnung vom Fachmann prüfen lassen möchte, kann ein detailliertes Heizgutachten bestellen. Bei rechtlichen Fragen helfen die Mietervereine vor Ort.

Sparpotenziale nutzen

"Der klimabereinigte Energieverbrauch von Wohngebäuden geht zwar seit Jahren leicht zurück", erklärt Loitz. "Es könnte aber viel mehr Energie gespart werden, wenn neben einem bewussten Verbraucherverhalten endlich auch das Sparpotenzial energetischer Sanierungen und geringinvestiver Maßnahmen ausgeschöpft werden würde." Beispielsweise sollten Altbauten ausreichend gedämmt und mit effizienten Heizanlagen ausgestattet werden. Auch eine hydraulische Optimierung der Heizanlage reduziert den Heizenergieverbrauch.

"Für Mieter ist die energetische Sanierung der einzige Weg, um sich unabhängiger von langfristig steigenden Energiepreisen zu machen", sagt Siebenkotten. "Die Kosten müssen allerdings gerecht zwischen Mieter, Vermieter und Staat aufgeteilt werden. Die öffentliche Förderung energetischer Sanierungen muss deshalb unbedingt verstetigt und weiter ausgebaut werden."