Biogene Reststoffe

Heizen mit ausrangierten Weihnachtsbäumen

Die Weihnachtsbeleuchtung ist verschwunden, die Christbäume abgeholt. Doch die ausrangierten Bäume erfüllen vielfach noch einen sinnvollen Zweck: Sie kommen als Energielieferant zum Einsatz. Zahlreiche kommunale Unternehmen nutzen die abgeschmückten Weihnachtsbäume nämlich in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeproduktion.

Kamin© Barbara Helgason / Fotolia.com

Berlin (red) - Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann nach Angaben der Agentur für erneuerbare Energien rein rechnerisch ein Durchschnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Alternativ könnten diese Weihnachtsbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen. Mit der aus einem Weihnachtsbaum zu gewinnenden elektrischen Energie könnte eine Lichterkette mit 25 elektrischen Kerzen mehr als drei Wochen lang rund 10 Stunden am Tag brennen.

Bäume werden mit anderem Holz vermischt

Bis zu 29 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland pro Jahr verkauft - mit steigender Tendenz. Ein großer Teil der Bäume wird dieser Tage zu Holzhackschnitzeln verarbeitet, womit verschiedene Heizanlagen gefüttert werden. Weihnachtsbäume werden dabei häufig mit anderem Holz vermischt. Sie landen über den Umweg der energetischen Verwendung so quasi wieder in den Wohnzimmern.

Welches Potenzial der Bioenergie zugeschrieben wird

In der deutschen Energiebilanz zählen die ausrangierten Weihnachtsbäume zur Bioenergie. Zu dieser gehören Energiepflanzen wie Raps und Mais ebenso wie Energieholz aus dem Wald oder auch Reststoffe, etwa aus Biotonnen und der Landwirtschaft. Immerhin machen biogene Reststoffe, zu denen ausgediente Weihnachtsbäume gezählt werden können, etwa die Hälfte des gesamten Potenzials der Bioenergie in Deutschland aus. Der Beitrag der Reststoffe zum künftigen Energiebedarf Deutschlands würde nach Ergebnissen unterschiedlicher Potenzialstudien langfristig eine Bandbreite von zirka acht bis 13 Prozent erreichen.