Kampagne

Heiße Eintöpfe und warme Kleidung: Japan spart Strom

Um Strom zu sparen, sollen die Japaner in diesem Winter warme Kleidung tragen und heiße Eintopfgerichte essen. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima startete das japanische Umweltministerium am Dienstag eine Kampagne, um den Stromverbrauch in den kalten Wintermonaten weiter zu begrenzen.

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Tokio (afp/red) - Unternehmen und Privatleute sind in der neuesten Kampagne seit der Katastrophe von Fukushima aufgerufen, ihre Heizungen auf maximal 20 Grad Celsius einzustellen. Damit die Menschen trotzdem nicht frieren, sollen sie mehrere Kleiderschichten übereinander tragen und auch im Haus Mütze, Handschuhe und Strumpfhosen tragen.

Nur 10 von 54 Reaktoren sind am Netz

Als weitere Wärmequelle empfehlen die Behörden ein traditionelles japanisches Eintopfgericht, das auf einem kleinen Kocher direkt auf dem Esstisch zubereitet wird. Ein solches Essen mit Familie und Freunden wärme "sowohl den Körper als auch den Raum", heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Als besonders wärmend werden Wurzelgemüse und Ingwer empfohlen. Um auf dem Weg zur Arbeit warm zu werden, sollen die Japaner künftig eine U-Bahn-Station früher aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen.

Ähnliche Kampagne bereits im Sommer

In Japan ist seit der Atomkatastrophe von Fukushima der Strom knapp, da zahlreiche Atomreaktoren gestoppt wurden. Momentan sind nur noch zehn der 54 Reaktoren am Netz. Mit einer ähnlichen Kampagne hatte das Umweltministerium im Sommer dazu aufgerufen, Wohn- und Arbeitsräume nur noch auf 28 statt der sonst üblichen 26 Grad herunterzukühlen. Um die Hitze erträglich zu machen, wurde in vielen Büros die Kleiderordnung gelockert: Die Angestellten duften Anzug und Krawatte zu Hause lassen und in luftigerer Kleidung zur Arbeit kommen.