Erfolgskurs

HEAG Versorgungs-AG und Südhessische Gas und Wasser AG: Gelungenes Unbundling

HEAG Versorgungs-AG und Südhessische Gas und Wasser AG bilden als künftige HSE einen Unternehmensverbund mit ihren Töchtern und Beteiligungen entega, citiworks, Nohl und der Ökostromtochter NaturPur. Die Vertriebe für Strom und Gas sind bereits seit dem 1. Januar 2002 in der entega zusammengefasst.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die HEAG Versorgungs-AG und die Südhessische Gas und Wasser AG haben ihre Kräfte gebündelt und gehen gestärkt in eine gemeinsame Zukunft", sagte Albert Filbert, Vorstandssprecher der beiden Unternehmen bei der Bilanzpressekonferenz kürzlich in Darmstadt. Zwar präsentierten die zwei großen Darmstädter Energieversorger fürs vergangene Jahr noch zwei Geschäftsberichte, faktisch arbeiten sie aber bereits seit Herbst 2002 eng zusammen und werden im August dieses Jahres rückwirkend zum 1. Januar 2003 zur HEAG Südhessischen Energie AG (HSE) fusionieren.

Sowohl die HEAG Versorgungs-AG als auch die Südhessische Gas und Wasser AG haben das vergangene Geschäftsjahr mit guten Zahlen abgeschlossen. Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften entega GmbH und citiworks AG wurden in der Region neun Milliarden Kilowattstunden Strom, zwölf Milliarden Kilowattstunden Erdgas und 14 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft. Insgesamt wurden so Umsatzerlöse von 914 Millionen Euro erzielt. Die Unternehmen erwirtschafteten in 2002 einen Bilanzgewinn nach Steuern von 33 Millionen Euro, der in voller Höhe an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Höhe der Dividendenzahlungen liegt um 2,4 Millionen Euro über den Vorjahreswerten.

Die Ruhrgas Energie Beteiligungs-AG stockte 2002 durch Erwerb weiterer Aktien von der Hessischen Elektrizitäts-AG ihre Beteiligungsquote an der HEAG Versorgungs-AG von 12,5 auf 25 Prozent plus eine Aktie auf. Auch an der Südhessischen Gas und Wasser AG hat die Ruhrgas Energie Beteiligungs-AG ihre Aktienanteile von 7,14 auf 15 Prozent durch Kauf von Anteilen der Hedag Hessen Darmstadt GmbH aufgestockt. Die Thüga Beteiligungen AG hat sich im Berichtsjahr durch Erwerb eines Aktienpakets von der Hessischen Elektrizitäts-AG mit 14,41 Prozent an der HEAG Versorgungs-AG beteiligt.

Eindeutig positiv bewertet der Vorstandssprecher der künftigen HSE die vom Europäischen Parlament in Brüssel getroffene Entscheidung, dass bis spätestens Juli 2004 bei Strom und Gas Produktion, Netz und Vertrieb von verschiedenen Managern geleitet werden müssen. "Functional Unbundling" - funktionelle Entflechtung - heißt das. Keine der Sparten darf ins Geschäft der anderen eingreifen. Ab Sommer 2007 gilt dann flächendeckend das noch weitergehende "Legal Unbundling". Zwar dürfen die Sparten noch unter einem Holding-Dach wohnen, aber nur als eigenständige Firmen, so wie es im HSE-Verbund bereits realisiert wurde. "Wir stehen dieser Entscheidung positiv gegenüber. Wir haben die Zeichen der Zeit sehr frühzeitig erkannt und daher bereits 1999 die Vertriebstochter entega GmbH gegründet. Damit haben wir unsere Hausaufgaben schon gemacht und das schon hinter uns, was andere Energieversorger und Stadtwerke noch vor sich haben", sagte Albert Filbert.