HEAG: Positive Bilanz für 1999

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
"Der HEAG ist es gelungen, sich im Wettbewerb auf dem Strommarkt zu behaupten und ihre Marktposition auszubauen", lautete das Fazit des HEAG-Vorstandsvorsitzenden Professor Horst H. Blechschmidt auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Jahresbilanz 1999 des HEAG-Konzerns in Darmstadt. Im Vordergrund standen im abgelaufenen Geschäftsjahr für den Konzern die Veränderungen auf dem Strommarkt. Das mit Abstand umsatzstärkste Geschäftsfeld der HEAG war 1999 geprägt durch stark nachgebende Preise; der Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern gewann deutlich an Schärfe. "Die weitere strategische Ausrichtung auf den Wettbewerb im Strommarkt war wie in den Vorjahren auch 1999 die wichtigste Aufgabe für den HEAG-Konzern", betonte HEAG-Vorstand Albert Filbert. Mit umfangreichen Maßnahmen zur Kostensenkung hatte sich das Unternehmen bereits frühzeitig auf den Wettbewerb eingestellt und den Personalstand seit 1988 um etwa 30 Prozent reduziert. Neben internen Umstrukturierungen sieht der Konzern im Wettbewerb vornehmlich Chancen durch Kooperationen mit anderen kommunalen Energiedienstleistern.


Das Bestreben der HEAG zur Erschließung von Synergien mündete im Mai 1999 in der Unterzeichnung eines Konsortialvertrags zwischen der HEAG Versorgungs-AG, der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), der Stadtwerke Mainz AG (SWM) und der Stadtwerke Wiesbaden AG (ESWE), der eine Zusammenarbeit in den Bereichen Stromerzeugung und Strombeschaffung festschreibt. Die Erzeugung von Strom obliegt der KMW, an der seit 1999 alle Kooperationspartner beteiligt sind. Für die gemeinsame Strombeschaffung wurde mit der Energiehandel Rhein-Main GmbH & Co. KG eine neue Gesellschaft gegründet. Mit einem gemeinsamen Strombeschaffungsvolumen von rund zehn Milliarden Kilowattstunden pro Jahr hält diese Kooperation den Spitzenplatz als größter konzernfreier kommunaler Nachfrager auf dem deutschen Strommarkt. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern ist es gelungen, die Bezugskonditionen für 1999 und 2000 deutlich zu verbessern.


Mit der im November 1999 gegründeten entega GmbH sind die HEAG Versorgungs-AG und die Stadtwerke Mainz AG noch einen Schritt weiter gegangen: Sie werden ihre Energievertriebe zusammenführen, um einheitlich am Markt zu agieren. Die vorbereitenden Aktivitäten auf die Teilnahme am Energiehandel führten inzwischen zur Gründung der entega trade GmbH. Neben kompetenten Dienstleistungen vor Ort will die entega ihren Kunden ein umfassendes Multi-Utility-Konzept anbieten und künftig auch die Versorgung mit Gas, Wasser und Fernwärme übernehmen. Dies ist im Netzgebiet der SWM bereits weitgehend möglich – in Darmstadt müssen dazu noch die Voraussetzungen geschaffen werden. Die Kooperation der HEAG mit der Südhessischen Gas und Wasser AG ist ein erster Schritt auf diesem Weg. Als einen der ersten Ökostromanbieter auf dem hessischen Strommarkt gründeten die HEAG Versorgungs-AG und die Hessische Elektrizitäts-AG 1999 die HEAG NaturPur AG. Die HEAG-Tochter bietet regional erzeugten Strom aus den regenerativen Energiequellen Wasser, Wind, Sonne und Biomasse bundesweit an.


Der konsolidierte Jahresüberschuss betrug 1999 3,5 Millionen DM. Die Umsatzerlöse lagen mit 757,8 Millionen DM um 52,6 Millionen DM unter dem Vorjahreswert. Der Materialaufwand sank im Wesentlichen auf Grund des bei der HEAG Versorgungs-AG gesunkenen Aufwands für den Strombezug um 139,2 Millionen DM. Bei der HEAG-Holding betrug der Jahresüberschuss 1999 3,3 Millionen DM (1998: 7,2 Millionen DM). Der höhere Bilanzgewinn von 32,4 Millionen DM ergibt sich aus der Entnahme von 29,0 Millionen DM aus den Gewinnrücklagen. Die HEAG Versorgungs-AG hat gegenüber dem Vorjahr mit 3.733 Gigawattstunden 1 Prozent weniger Strom verkauft, wobei der Rückgang im Wesentlichen witterungsbedingt ist. Die Lieferungen an Sondervertragskunden erhöhten sich dagegen um 0,1 Prozent. Durch Preissenkungen stärkte die HEAG Versorgungs-AG ihre Wettbewerbsposition als attraktiver Stromanbieter. Neben individuellen Preisnachlässen bei Sondervertragskunden senkte das Unternehmen zum 1. Juli und zum 1. November 1999 die Strompreise für Tarifkunden. Seit dem 1. Juli 1999 gibt es den TreueBonus-Wahltarif, für den sich bis heute rund 210.000 Kunden entschieden haben. Diese bleiben damit mittelfristig HEAG-Kunden. Die Umsatzerlöse auf Stromabgabe der HEAG Versorgungs-AG gingen 1999 als Folge der Preisnachlässe um 96,6 Millionen DM und die sonstigen betrieblichen Erträge auf Grund eines Sondereffektes in 1998 um 18,6 Millionen DM zurück. Das sinkende Strompreisniveau bewirkte andererseits, dass die Aufwendungen für den Strombezug um 132,3 Millionen DM unter dem Vorjahreswert liegen. Das Rohergebnis der HEAG Versorgungs-AG lag um 20,8 Millionen DM über Vorjahresniveau. Der Anstieg bei den Personalaufwendungen um 57,0 Millionen DM resultiert im Wesentlichen aus den Rückstellungen, die gemäß den abgeschlossenen Vorruhestandsvereinbarungen zu bilden waren. Insgesamt erzielte die HEAG Versorgungs-AG im Berichtsjahr ein um 2,3 Millionen DM verbessertes Ergebnis.