HEA fordert: Die Vorteile des Stroms im Raumwärmebereich nutzen

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
"Wenn die Energieeinsparverordnung in der derzeit vorliegenden Fassung verabschiedet wird, dann käme sie praktisch einer Stromwärmeverbotsordnung gleich." Diese deutlichen Worte fand Günter Rehberg, Vorsitzender des "Fachverbandes für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA) e. V. beim VDEW" beim Fachkongresses seines Verbandes. Die hier geplante Fixierung des zulässigen Energieverbrauchs auf der Basis Primärenergie würde die Wettbewerbsenergien Öl und Gas massiv bevorteilen und "strombetriebenen Systemen für Heizung und Warmwasser die Luft abdrücken."


So wäre z.B. ein energetisch so hocheffizientes Warmwassergerät wie der elektronische Durchlauferhitzer auf Grund der geplanten Vorgaben wirtschaftlich nicht mehr einsetzbar. Geforderte bauliche Zusatzinvestitionen würden ihn ebenso wie andere elektrische Warmwassergeräte, welche die Warmwasserbereitung in unserem Lande zu 45 Prozent "tragen", "faktisch aus dem Markt drängen". Gleiches gelte im Raumwärmebereich, und hier speziell für Speicherheizgeräte. Auch für sie kämen die Auflagen faktisch einem wirtschaftlichen Verbot gleich. Darüber hinaus seien auch das installierende Handwerk, speziell das Elektrohandwerk, sowie die herstellende Geräteindustrie von einem solchen Verdikt massiv betroffen und Arbeitsplätze gefährdet. Und noch ein Weiteres: Bei Verabschiedung des genannten Entwurfs ginge der Elektrizitätswirtschaft mittelfristig im Haushaltsbereich ein Absatz von 35 Milliarden Kilowattstunden (kWh) verloren; denn ein Quasi-Verbot der Elektro-Speicherzeigung und der Elektro-Warmwasserversorgung im Neubau würde diese Systeme im Laufe der Zeit vollständig aus dem Bestand drängen. Und das wiederum würde den Verlust von mehr als 25 Prozent des Stromabsatzes an private Haushalte und von sieben Prozent des gesamten Stromabsatzes des Wirtschaftzweiges bedeuten.


Rehberg appellierte deshalb an den Gesetzgeber, zum Referentenentwurf vom Juni 1999 zurückkehren, in dem die Endenergie als Basisgröße für den zulässigen Energieverbrauch vorgesehen war. Dies sei deshalb sinnvoll, da einzig der Endenergiebedarf einer Heizungs- und Warmwasseranlage vom Nutzer beeinflussbar sei. Bei Betrachtung dieser Aspekte und der vom Gesetzgeber angestrebten nachhaltigen Energieeinsparung und Kohlendioxid-Reduzierung im Raumwärmebereich sei es daher unverständlich, Systeme auf endlicher fossiler Energiebasis so einseitig zu bevorteilen. Ein solches - nicht energetisch, sondern wohl mehr politisch-ideologisch begründetes - Vorgehen sei nicht nur "wettbewerbsverzerrend, sondern auch kontraproduktiv im Bestreben, die Umwelt zu entlasten."