Gebäudeuntersuchung

Hausgemachte Thermografie: Schnee gibt Hinweis auf schlechte Dämmung

Thermografie selbst gemacht: Schmilzt der Schnee auf dem Dach deutlich schneller als in der Nachbarschaft, weist dies auf eine schlechte Dämmung hin. Auch daran, wie der Frost auf dem Dach schmilzt, könne man Schwachstellen am Gebäude entdecken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp.djn/red) - Die Schneeschmelze auf dem Dach des Eigenheims kann Aufschluss über seinen energetischen Zustand geben. "Drei Viertel der Gebäude sind vor 1984 gebaut worden und größtenteils unsaniert, also wahre Energieschleudern", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Die hausgemachte "Thermografie" zeigt Schwachstellen am Gebäude. Der Hausbesitzer kann mit Hilfe von Raureif oder Schnee Schwachstellen am Gebäude selbst entdecken. Wenn das Dach morgens noch mit Frost überzogen ist, beobachtet er nach einiger Zeit unter Umständen, dass die Ziegel von inzwischen nassen Längsstreifen überzogen werden. Das ist ein Zeichen dafür, dass Wärme an den Dachsparren nach außen dringt und das Abtauen fördert, eine sogenannte Wärmebrücke. An den eventuell schlecht gedämmten Stellen geht Energie verloren und es kann sich Schimmel bilden.

Taut das komplette Dach deutlich schneller ab als das des Nachbarn, zeigt es, dass entweder die Schrägen oder aber die obere Geschossdecke unzureichend gedämmt sind. Manchmal ist der Bereich um Dachfenster schneller wieder eisfrei als der Rest der Ziegel. Dann sind vermutlich die Übergänge des Dämmmaterials fehlerhaft verarbeitet.