Niedrige Energiekosten

Haus ohne Heizung: Wie das Passivhaus funktioniert

Rund 270 Euro Heizkosten pro Jahr für ein Haus mit 200 Quadratmeter Wohnfläche - davon können die meisten Hausbesitzer nur träumen. Möglich ist dies mit einem Passivhaus, welches sich sozusagen selbst heizt. Für den Bau gibt es Förderprogramme und günstige Kredite.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Kaiserslautern (ddp-rps/sm) - So ganz geheuer waren Daniela Rechenbach die Pläne ihres Mannes Oliver anfangs nicht, der ein neues Haus ganz ohne Heizung bauen wollte. Doch kalt war der Familie, die nun seit zwei Jahren in einem Passivhaus ohne Heizung wohnt, bislang nicht. Das Haus ist rundum knapp 40 Zentimetern dick mit Wärmedämmung eingepackt, die Bodenplatte steht auf 24 Zentimetern Styropor-Beton, unter dem Estrich liegen 20 Zentimeter Dämmmaterial.

Dafür, dass keine kalte Luft hinein und keine warme Luft hinaus kommt, sorgen neben den gut gedämmten Wänden auch die dreifach verglasten Fenster. Das Kernstück Hauses ist die Lüftungsanlage samt Wärmepumpe. Zwar darf man in einem Passivhaus durchaus mal lüften, grundsätzlich sollten die Fenster allerdings die meiste Zeit über geschlossen bleiben. Denn Passivhäuser funktionieren im Prinzip wie Kühlschränke - nur eben umgekehrt.

Die warme, feuchte Luft aus dem Wohnraum wird abgesaugt, während von außen kühle Luft angesaugt wird. In einem Wärmetauscher gibt die Luft von innen die Wärme an die Luft von außen ab. Zudem wird die Luft von außen durch in der Erde liegende Rohre angesaugt und dadurch bereits erwärmt. Luft mit einer Temperatur von minus 15 Grad kommt dadurch bereits mit drei Grad Plus im Wärmetauscher an. Dieser erwärmt sie dann auf 16 bis 17 Grad, den Rest erledigt eine Wärmepumpe, indem sie die Luft mit 60 Grad heißem Wasser erwärmt. Die Wärmepumpe selbst holt sich die Wärme ebenfalls aus der Luft, beispielsweise vom Backofen oder Wäschetrockner.

Ganz ohne zugeführte Energie geht natürlich nicht, jedoch braucht die Familie pro Jahr nur 15.000 Kilowattstunden Strom für den Betrieb von Wärmetauscher sowie Wärmepumpe - das macht etwa 270 Euro für ein Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfläche. Damit macht sich das Passivhaus, dass etwa 10 bis 15 Prozent teurer als vergleichbare Häuser mit konventioneller Heizung und Dämmung ist, schnell bezahlt.

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es Förderprogramme und günstige Kredite für den Bau von Niedrigenergie- oder Passivhäusern.