Bilanz

Hauptversammlung: E.ON Bayern plant Billigstrom für sozial Schwache

Die E.ON Bayern AG hat im vergangenen Geschäftsjahr in allen Kundensegmenten ihre Absatzziele erreicht oder übertroffen. Daher konnte Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Deml auf der Jahreshauptversammlung eine Erfolgsbilanz ziehen. Er kündigte zudem subventionierte Energieverträge für sozialschwache Haushalte an.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Regensburg (red) - "Mit einem Stromabsatz von 27,9 Milliarden Kilowattstunden an 2,2 Millionen Kunden sind wir Marktführer in Bayern", erklärte er den anwesenden Aktionären. Der Gasabsatz des Unternehmens lag in 2005 bei 5,3 Milliarden Kilowattstunden, ein Ausbau soll hier vorallem durch die Pacht der Kommunalgas Nordbayern erzielt werden.

Der Umsatz der E.ON Bayern AG im Geschäftsjahr 2005 lag nach den Ausführungen des kaufmännischen Vorstandes Reimund Gotzel bei knapp drei Milliarden Euro. Gotzel: "Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich um fast 22 Millionen Euro auf 256,7 Millionen Euro verbessert." Diese Entwicklung beruhe im Wesentlichen auf positiven Sondereffekten wie der Auflösung von Rückstellungen und einer Verbesserung des Zinsergebnisses.

Als dramatisch bezeichnete Vorstandschef Deml den Preisanstieg bei den Beschaffungskosten für Strom und Gas. Ausschlaggebend dafür seien internationale Entwicklungen. Dies könne nicht ohne Auswirkungen auf die Endkundenpreise bleiben. Dennoch habe man den Stromhaushaltskunden für das laufende Jahr verbindlich Preisstabilität zugesagt, bei Erdgas auf eine Erhöhung zum 1. April verzichtet. Da für die nächsten zwei bis drei Jahre nichts auf einen Rückgang der Energiepreise hindeutet, greift E.ON Bayern laut Dr. Deml im Interesse der Verbraucher zu unkonventionellen Maßnahmen: "Um extrem finanzschwachen Haushalten zu helfen, haben wir mit karitativen Einrichtungen in Bayern die Idee eines Sozialprodukts entwickelt. Bis zur Jahresmitte wollen wir einige Tausend stark subventionierte Stromverträge an hart betroffene Personen und Haushalte zur Verfügung stellen."

Die Jahre 2006 und 2007 sollen bei E.ON Bayern zudem im Zeichen einer Biogasoffensive stehen. Zehn Millionen Euro investiert der bayerische Regionalversorger in den Neubau und die Modernisierung von Kleinkraftwerken. Die erste Anlage geht Mitte des Jahres in Schwandorf in Betrieb.