"Unsinn"

Harsche Kritik an Förderprogramm für Solarspeicher

Das geplante Förderprogramm der Regierung für Solarstrom-Speicher sorgt für heftige Kritik in der Energiewirtschaft und bei Umweltexperten. Die Meinungen reichen von "nicht durchdacht" bis "einfach nur Unsinn". Dieses Vorhaben, so hieß es, reihe sich nahtlos ein in die Reihe anderer wenig sinnvoller Forderungen und Förderungen im Rahmen der Energiewende.

Solarenergie© warrantbuffet / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Das 50-Millionen-Euro-Programm sei "nicht durchdacht", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes BDEW, Hildegard Müller, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Montag. Damit erhielten Betreiber von Fotovoltaik-Anlagen eine Doppelförderung, die alle Stromkunden zahlen müssten.

Der Energieexperte Felix Matthes vom Ökoinstitut nannte das Förderprogramm gegenüber dem Blatt "einfach nur Unsinn". Auch der Vorsitzende der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur, Stephan Kohler, sagte, das Programm sei "ein weiterer Beleg dafür, dass bei der Energiewende oftmals zu sehr individuelle Einzelinteressen bedient werden, und nicht das Gesamtsystem optimiert wird".

Bis zu 3000 Euro pro Haus bereits ab März

Das Förderprogramm soll laut "FAZ" am 1. März starten. Je Einfamilienhaus kann die Förderung 2000 bis 3000 Euro betragen. Die KfW-Förderbank soll zinsverbilligte Kredite vergeben, die der Bund mit 50 Millionen Euro bezuschusst.

Mit Hilfe eines Speichers können sich Privathaushalte zeitweise vom Stromnetz abkoppeln und einen deutlich höheren Anteil ihres selbst erzeugten Solarstroms selbst verbrauchen. Das lohnt sich, da die Vergütung für Solarstrom, der gefördert ins Netz eingespeist wird, inzwischen niedriger ist als der Preis für Strom aus dem Netz.

Quelle: AFP