1 Jahr

Happy Birthday, Kyoto Protokoll!

Heute vor einem Jahr ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Darin setzten sich die Industrieländer erstmals eine absolute und völkerrechtlich verbindliche Obergrenze für Treibgasemissionen. 141 Industriestaaten verpflichteten sich, ihre Treibhausgas-emissionen bis 2012 um fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Das Kyoto-Protokoll ist nicht nur ein grundlegendes Instrument für den Klimaschutz, sondern auch ein Motor für Innovationen", sagte Umweltminister Sigmar Gabriel anlässlich des ersten Geburtstages. Die flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls wie der Emissionshandel, der Transfer von Umwelttechnologie in Länder des Südens (Clean Development Mechanism/CDM) und die gemeinsame Umsetzung von Klimaschutzprojekten zwischen Industrieländern (Joint Implementation/JI) bildeten Anreize, um Klimaschutz weltweit kosteneffizient zu betreiben.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, bezeichnete das In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls vor einem Jahr als "historischen Schritt für die internationale Klimaschutzpolitik." Man dürfe sich jedoch auf den Lorbeeren nicht ausruhen, denn Verbesserungen der technologischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit beim Klimaschutz und der Sicherung der Energieversorgung seien weiterhin nötig.

Auch Sigmar Gabriel sieht die Vereinbarung zwar als wichtigen Schritt, die vereinbarten Emissionsminderungen würden indes nicht ausreichen, um den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. "Hierfür müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts halbiert werden. Deutschland strebt an, dass die EU als Zwischenschritt ein Minderungsziel von 30 Prozent bis zum Jahr 2020 vereinbart. Dann ist Deutschland bereit, seine Treibhausgasemissionen darüber hinausgehend zu senken", sagte er.

Auf dem Klimagipfel in Montreal im Dezember 2005 hat die Staatengemeinschaft vereinbart, Verhandlungen über weitergehende Minderungsverpflichtungen von Industriestaaten für die Zeit nach 2012, dem Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, zu beginnen. In einem Dialog, an dem sich auch die USA, Australien und die Entwicklungs- und Schwellenländer beteiligen, soll entwickelt werden, wie deren Beiträge zum globalen Klimaschutz aussehen können. Im Mai beginnen in Bonn die Gespräche, die in Montreal vereinbart wurden.