Enorme Resonanz

Hannover: "proKlima"-Altbauprogramm 2006 läuft vorzeitig aus

Das von den Städten Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze aufgelegte Altbauten-Modernisierungsprogramm "proKlima" endet in diesem Jahr vorzeitig. Wegen des großen Interessen können ab sofort keine Anträge mehr angenommen werden - das Förderbudget ist erschöpft.

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Das "proKlima"-Altbauprogramm, das von den Städten Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze ("proKlima"-Fördergebiet) sowie der Stadtwerke Hannover AG (enercity) finanziert wird, ist derzeit gefragt wie nie. Allerdings stößt der Etat des Förderbausteins an seine Grenzen: "In diesem Jahr müssen wir unser Altbauprogramm leider früher auslaufen lassen", so Manfred Görg, Geschäftsstellenleiter des enercity-Fonds "proKlima". Der Grund sei das drastisch gestiegene Interesse an den "proKlima"-Fördermaßnahmen zur hochwertigen energetischen Gebäudemodernisierung. "Wir haben unser jährliches Altbau-Förderbudget in Höhe von zwei Millionen Euro bereits so gut wie ausgeschöpft. Daher können wir ab sofort keine weiteren Anträge für das Altbauprogramm 2006 mehr annehmen", erläutert Görg. Ursprünglich sollte die Antragsfrist noch - wie in den Vorjahren - bis zum 31. Oktober laufen.

Von der Verkürzung sind die anderen "proKlima"-Förderprogramme nicht betroffen. "Die Nachfrage ist hier zwar ebenfalls sehr gut, aber nicht mit der beim Altbauprogramm vergleichbar", sagt Görg. Voraussichtlich bleibt für die übrigen Förderprogramme der 31. Oktober der Stichtag.

Gestiegenes Interesse

"proKlima" verzeichnet bei seinem Altbauprogramm gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen sprunghaften Anstieg der Förderanträge auf fast das Doppelte. Doch nicht nur deren Anzahl, sondern auch die pro Antrag bewilligte Fördersumme hat zugenommen. "Unsere hohen Standards werden gut akzeptiert. Besonders passivhaustaugliche Fenster mit 3-Scheiben-Wärmeschutzglas sind bei der Altbaumodernisierung im Kommen", berichtet Görg. So hat der enercity-Fonds im Jahr 2006 für diese hochwertigen Fenster im Vergleich zum Vorjahr über 400 Prozent oder absolut fast 150.000 Euro mehr Fördermittel bewilligt. Aber auch andere Maßnahmen wie die Außenwanddämmung oder der Einbau von Holzpelletkesseln werden bei "proKlima" stark nachgefragt.

Als Gründe für das starke Interesse am Energie sparenden Modernisieren in Hannover nennt Görg das hohe Energiepreisniveau, die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung und natürlich die "proKlima"-Förderpolitik. "Damit tragen wir unseren Teil zur Verbesserung der Baukonjunktur bei", meint der "proKlima"-Chef. Wie in jedem Jahr werde der Klimaschutzfonds jetzt prüfen, welche Anpassungen bei seinen Programmen für die Zukunft notwendig sind. So habe "proKlima" in der Vergangenheit bestimmte Maßnahmen aus den Förderprogrammen genommen oder die Standards angehoben, wenn sich diese im Markt erfolgreich etabliert hätten. "Uns ist immer wichtig, im Interesse der Verbraucher und der Umwelt neue Konzepte und Standards in den Markt einzuführen, die den großen Herausforderungen der Zukunft besser gerecht werden", so Görg.

"proKlima" ermöglicht vorgezogenen Baustart

Wer bei "proKlima" seinen Altbau-Antrag in diesem Jahr zu spät einreicht, hat trotzdem die Chance, möglicherweise aus dem Programm 2007 gefördert zu werden. Er bekommt eine Genehmigung zum vorzeitigen Beginn der Maßnahme. "Damit können unsere Kunden sofort auf eigenes Risiko ihren Fachhandwerker beauftragen, um zum Beispiel die Rechnung noch vor der Mehrwertsteuererhöhung bezahlen zu können", sagt "proKlima"-Ingenieur Dirk Hufnagel. Jedem dieser Antragsteller wird der enercity-Fonds Anfang 2007 die dann geltenden Förderbedingungen mitsamt den neuen Antragsunterlagen automatisch zusenden. "Es kann aber natürlich der Fall eintreten, dass wir in der nächsten Fördersaison einige Maßnahmen nicht mehr bezuschussen", betont Hufnagel.