HANNOVER MESSE: Kontroverse Standpunkte beim Energiegipfel

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Auf der gerade stattfindenden HANNOVER MESSE geht es auf dem Energiegipfel heiß her: Vertreter aus der Strombranche und der Politik diskutieren über den Ausstieg aus der Kernenergie. Während der Vorstandsvorsitzende von PreussenElektra, Hans-Dieter Harig fordert, den Ausstieg den Kräften des Marktes zu überlassen, sagte Shell-Chef Fritz Vahrenholt, dass der Weg des Ausstiegs unbedingt beschritten werden müsse.


Harig sagte weiterhin, dass das Wirtschaftsgut Kernenergie nicht ideologischen Entscheidungen unterworfen werden dürfe. Er betonte zudem, dass sein Unternehmen derzeit nicht über den Bau neuer Kraftwerke nachdenke und dass alle anderen Kernkraftwerke abgeschaltet würden, wenn sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Harig kündigte an, dass sein Unternehmen demnächst ebenfalls Windparks bauen wird. Fritz Vahrenholt, Vorstandsmitglied der deutschen Shell AG warnte vor der Zukunft, wenn sich die globale Erwärmung der Welt weiterhin so rapide fortsetze. Gefahr bestünde vor allem für die Trinkwasserversorgung und die Ausbreitung von Krankheiten.


Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer sprach sich für einen raschen Ausstieg aus. Alle Großkraftwerke seien eine "Technologie des 18. Jahrhunderts". Bei einer wirklichen Liberalisierung der Strommärkte sei eine Dezentralisierung der Stromerzeugung durch den Einsatz regenerativer Energien vorprogrammiert.


Wirtschaftminister Werner Müller (parteilos) hatte seine Teilnahme aufgrund der Kabinettsitzung kurzfristig abgesagt.