Schlecht für Standort Hamburg

Handelskammer kritisiert möglichen Verzicht auf Kraftwerk Moorburg

Die Hamburger Handelskammer hat einen möglichen Verzicht auf das Kohlekraftwerk Moorburg scharf kritisiert. Dies wäre eine Katastrophe für Hamburgs energieintensive Industrieunternehmen, sagte der Präses der Handelskammer, Karl-Joachim Dreyer, am Mittwoch in Hamburg.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Ohne das Kraftwerk sei die Grundlastversorgung dieser Unternehmen nach Abschalten der Kernkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel nicht gesichert.

Bei den Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen wurde bislang noch kein Ergebnis zum Streitpunkt Moorburg bekanntgegeben. Angeblich haben sich die Grünen mit ihrer Forderung nach einem Verzicht auf das Kraftwerk durchgesetzt. Als mögliche Alternative wurde in den letzten Tagen der Bau eines kleineren Gaskraftwerkes und der Bezug von Strom von anderen Werken gehandelt.

Der Handelskammer-Präses sieht darin "faule Kompromisse aus ökonomischer und ökologischer Sicht". Die Energiekosten würden bei einem Strombezug von standortfernen Kraftwerken durch die höheren Netznutzungsgebühren steigen, womit Arbeitsplätze und ganze Standorte auf dem Spiel stünden, warnte Dreyer.

In der zehnten Gesprächsrunde von CDU und Grünen zeichnete sich währenddessen am Mittwoch keine rasche Einigung ab. Die beiden Parteien wollten frühestens am späten Nachmittag über den Verlauf der vorerst letzten Verhandlungsrunde berichten. Sollten sich die Unterhändler einig werden, soll nach Angaben von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) am Donnerstag kommender Woche der Koalitionsvertrag stehen.