Handelsblatt-Jahrestagung zur Energiewirtschaft - Thema: Internationale Märkte - E.ON will sich über "PowerGen" im britischen Markt positionieren

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Ganz klar: Das internationale Energiegeschäft war auf der 8. Tagung des Handelsblatts zur Energiewirtschaft ein herausragendes Thema. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der E.ON Energie AG, Dr. Otto Majewski, kündigte beispielsweise an, dass sich E.ON - wie es RWE bereits getan hat - eine Position im britischen Markt verschaffen. Erste Gespräche führe E.ON diesbezüglich mit PowerGen, dem drittgrößten Strom- und Gasversorger Großbritanniens. Diese Meldung wurde später vom Vorstand des E.ON-Konzerns, Ulrich Hartmann, bestätigt.



Die Entscheidung des Bundeskartellamtes zur geplanten Übernahme der Vereinigten Energiewerke (VEAG) durch die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) wurde vom HEW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Manfred Timm heftig kritisiert. Das Bundeskartellamt hatte eine Nachbesserung des Angebots verlangt, aber signalisiert, dass man seine Einstellung ändere, sobald die Berliner Bewag hinzugenommen werde. Auch Bundeswirtschaftsminister Müller hatte sich in Berlin von der Argumentation des Kartellamtes distanziert.



Positiv sieht dahingegen der geplante Einstieg der Electricité de France (EdF) in die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) aus: Loic Capéran zeigte sich zuversichtlich, von Wettbewerbskommissar Mario Monti "grünes Licht" für die Übernahme von 34,5 Prozent des EnBW-Kapitals zu erhalten. Capéran kündigte an, die Vorgaben Montis, den heimischen Markt zu öffnen, zu erfüllen. Ausländische Konkurrenten könnten zukünftig 150 Terawattstunden (TWh) bei den französischen Industriekunden absetzen. "Frankreich ist kein geschlossenes Land mehr" sagte Caperan auf dem Kongress.



Rund ein Drittel des französischen Marktes seien offen für andere Unternehmen, so Capéran. Zudem sei geplant, die bislang geltende Mindeststrommenge in Höhe von 16 Gigawattstunden abzusenken, ab der französische Kunden von ausländischen Konzernen Strom beziehen könnten. Für Großkunden seien die Preise um 15 Prozent gesunken. Offen blieb jedoch, wie der Zugang in den französischen Markt erfolgen solle.