Kraftwerkserweiterung

Hanauer Bürgermeister fordert zu Protest gegen Kohlekraftwerk auf

Das Kohlekraftwerk Staudinger in Groß-Krotzenburg soll erweitert werden, so die Pläne des Betreibers E.ON. Nun hat der Hanauer Obergürgermeister nun die Bürger aufgefordert, sich in Form von Einwendungen dagegen zu wehren, da mitunter bei dem Kraftwerk einige Vorschriften nicht eingehalten werden.

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Hanau (red). Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat die Bürger aufgefordert, gegen die Genehmigung für das umstrittenen Kohlekraftwerk Staudinger in Groß-Krotzenburg Einwendungen einzureichen.

Der neue geplante 1,2 Milliarden Euro teure 1100-Megawatt-Block widerspreche eindeutig den Zielen des Regional- und des Landesentwicklungsplanes und führe zu schweren ökologischen Nachteilen, sagte Kaminsky am Montag. Dies gelte es "auf jeden Fall zu verhindern", fügte er hinzu. Er verwies darauf, dass die Frist zur Erhebung von Einwendungen am 3. September ablaufe.

Mustereinwendungen gegen Kohlekraftwerk

Hanau habe gemeinsam mit den Kommunen Hainburg, Alzenau und Seligenstadt einen Rechtsanwalt und einen Fachgutachter mit der Anfertigung von Einwendungen beauftragt. Die Bürgerinitiativen hätten zudem Mustereinwendungen an die Haushalte verteilt, weitere Mustereinwendungen lägen auch im Stadtladen des Rathauses aus. Der von der Stadt Hanau beauftragte Rechtsanwalt habe laut Kaminsky erneut die Unvollständigkeit und Mängel der Antragsunterlagen des Kraftwerksbetreibers E.ON dargelegt. So fehle unter anderem eine systematische Messung der Vorbelastung etwa für Quecksilber.

Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte Mitte Juli formell das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Kohlekraftwerks eingeleitet. Dabei soll geprüft und bewertet werden, ob mit dem Neubau die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und ob von dem geplanten Kraftwerk keine schädlichen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Natur zu erwarten sind.