Hamburger Strommarkt unter Hochspannung

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
In Hamburg schlägt die Liberalisierung des Strommarktes erstmals hohe Wellen. Der dortige Monopolist Hamburgische Elektrizitätswerke (HEW) sieht seine Felle wegschwimmen, weil in der Hansestadt Stromanbieter ab 1. August ohne Sondergenehmigung auch Privatkunden versorgen können. Die Endkunden werden wöchentlich von Angeboten neuer Anbieter bombardiert, die alle behaupten, noch billiger Strom liefern zu können als die Konkurrenz. Dabei lockt beispielsweise die Berliner Ares GmbH, deren Strom man in der ProMarkt-Kette kaufen kann, mit Tarifen zwischen 15 bis 28,5 Pfennigen pro Kilowattstunde. Bisher hatte die HEW im Schnitt gut 32 Pfennige von Privatkunden verlangt. Diese Zeit ist aber nun vorbei. Schon jetzt hat Hamburgs stadteigene Wohnungsbaugesellschaft SAGA dem stadteigenen Energiekonzern HEW rückwirkend zum 1. Juli billigeren Allgemeinstrom für Aufzüge, Treppenhausbeleuchtung und ähnliches abgehandelt: Jeder SAGA-Mieter dürfte dadurch etwa 20 Mark in Jahr sparen. Auch der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmer (VNW) hat 53 Anbieter in ganz Europa aufgefordert, Angebote für seine fast 800.000 Wohnungen einzureichen. Damit soll dem drastischen Anstieg der Nebenkosten erstmal ein Riegel vorgeschoben werden.


Auch für "sauberen Strom" gibt es in Hamburg eine Alternative. Die dortige Greenpeace-Zentrale bietet zusammen die der Firma Ökostrom und den Stadtwerken Schwäbisch-Hall garantiert "sauberen Strom" für etwa 35 Pfennig pro Kilowattstunde.