Ohne Kohle- und Atomstrom

Hamburg gründet wieder eigenen Energieversorger

Sieben Jahre nach dem Verkauf des städtischen Stromversorgers will Hamburg mit einem neuen eigenen Stromanbieter in Konkurrenz zum Energieriesen Vattenfall treten. Der Aufsichtsrat der Hamburger Wasserwerke beschloss am Montag offiziell die Gründung des neuen Unternehmens Hamburg Energie.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/ddp-nrd/red) - Das neu gegründete Unternehmen Hamburg Energie werde die Hansestadt und umliegende Gemeinden ab Spätsommer/Herbst 2009 mit klimafreundlicher Energie frei von Kohle- und Atomstrom versorgen, teilte die Senatskanzlei mit. Das Projekt starte zunächst mit einem Stromangebot.

Eigene umweltfreundliche Erzeugungsanlagen würden zügig in der Stadt und der Region aufgebaut. Nach einem Senatsbeschluss hatte der Aufsichtsrat der Hamburger Wasserwerke unter Vorsitz von Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) der Gründung von Hamburg Energie in der vergangenen Woche zugestimmt. Damit sollten die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung in Hamburg geschaffen werden.

Umweltfreundlicher Strom für Hamburg

Der neue Strom von Hamburg Energie wird den Angaben zufolge künftig größtenteils aus drei Quellen stammen: aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Hamburg und Umgebung, aus neuen regenerativen Energiequellen wie Windkraftanlagen sowie aus überregionalen umweltfreundlichen zugekauften Quellen vorwiegend aus Wasserkraft.

Der erste von Hamburg Energie selbst erzeugte Strom wird aus einer eigenen Windkraftanlage auf dem Klärwerksgelände Köhlbrandhöft kommen, mit deren Bau noch in diesem Jahr begonnen werden soll. Sie soll spätestens ab 2011 Strom liefern.

Ärger über Energieriese Vattenfall

Hamburg hatte seine Hamburgischen Electricitäts-Werke 2002 verkauft. Den Stromversorger übernahm damals der Energieriese Vattenfall. Wie viele andere Kommunen ärgerte sich der Stadtstaat im Nachhinein über diesen Schritt - und gründete daher nun das neue Stadtwerk.

"Mit Hamburg Energie schaffen wir die Voraussetzung für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung in der Hansestadt", erklärte Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne). "Je mehr Kunden sich dem neuen Unternehmen anschließen, desto mehr wird in den Aufbau neuer nachhaltiger Erzeugungsanlagen hier in Hamburg und der Region investiert."