Keine Insel

"Haltlose" Vorwürfe: VDEW verteidigt (erneut) Energiepreiserhöhungen

Die Kritik an den Strom- und Gaspreiserhöhungen wird immer lauter, aber für den Stromverband VDEW liegt die Schuld daran nicht bei den Stromkonzernen. Der Preisanstieg für deutsche Betriebe habe sogar unter dem europäischen Mittel gelegen, wohingegen der Staatsanteil immer weiter steige.

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Berlin (red) - In die Kritik von Verbraucher- und Industrieverbänden an der Preispolitik der deutschen Energiekonzerne stimmte heute auch Umweltminister Jürgen Trittin ein. Das wiederum rief jetzt den Stromverband VDEW auf den Plan, der nicht müde wird zu betonen, dass auch an der Strombörse alles mit rechten Dingen zugeht. Manipulationsvorwürfe, etwa vom VIK oder vom vzbv, bezeichnete VDEW-Chef Eberhard Meller als "haltlos".

"Der vielfältige Energiemix in Deutschland dämpft den Preisauftrieb beim Strom. Im europäischen Vergleich stiegen die Preise für Betriebe mittlerer Größe im Jahr 2004 im Durchschnitt um sieben Prozent. Deutsche Unternehmen schnitten dagegen mit knapp fünf Prozent Anstieg deutlich günstiger ab", argumentierte Meller denn auch in Richtung VIK. Der deutsche Strommarkt sei nun einmal keine Insel. Der starke Preisauftrieb an den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten wirke sich auch hierzulande aus.

Als "scheinheilig" bezeichnete Meller die Kritik des Umweltministers an der Höhe der Strompreise. Er sei immerhin mitverantwortlich dafür, dass der Staatsanteil an der Rechnung eines Durchschnittshaushaltes mittlerweile 40 Prozent ausmache. Für ihn ist klar, wer die Schuld an den hohen Strompreisen trägt: "Die hohen Vergütungen für erneuerbare Energien, die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung sowie weitere Abgaben und Steuern kosten die Stromkunden jährlich fast zwölf Milliarden Euro."