Bilanz 2000

Gutes Geschäftsjahr für die Schleswag

Der Rendsburger Energieversorger Schleswag ist mit dem Jahresergebnis 2000 zufrieden. Neben den Bilanzzahlen gab das Unternehmen auch die Übernahme der E.ON-Netze in Schleswig-Holstein bekannt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
"Die Schleswag Aktiengesellschaft blickt auf ein insgesamt gutes Geschäftsjahr 2000 zurück und kann deshalb eine positive Bilanz der vielfältigen wirtschaftlichen Aktivitäten des Unternehmens ziehen", freute sich Sprecher des Vorstandes, Hans-Jakob Tiessen, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Der Jahresüberschuss beträgt etwa 125 Millionen Mark. Der Bilanzgewinn ist auf 64,6 Millionen Mark gestiegen und soll zur Zahlung einer Dividende von 22 Prozent auf das zum Zeitpunkt der Gewinnausschüttung erhöhte Grundkapitel von derzeit 200 Millionen Mark auf 150 Millionen Euro verwendet werden. In die Rücklagen würden 60,4 Millionen Mark eingestellt.


"Der Grund für unseren Markterfolg ist die Schaffung neuer Produkte und Dienstleistungsangebote. Es reicht nicht aus, sich nur über den Preis von den Mitbewerbern abzuheben", sagte Vorstandssprecher Tiessen. Gegenüber dem Jahr 1999 sind die Umsatzerlöse um 16 Prozent auf 2081 Millionen Mark gestiegen. Dieses sei zum einen auf die neu geschaffenen Verrechnungsmechanismen durch das Erneuerbare Energiengesetz gegenüber dem vorgelagerten Netzbetreiber zurückzuführen. Als weitere Gründe wurden die Absatzsteigerungen und die ölpreisbedingten Preisanpassungen bei Gas und Wärme genannt. einbringen. Zudem hat sich die Schleswag in einem ersten Schritt mit 18 Prozent an der Stadtwerke Neumünster GmbH beteiligt und strebt mittelfristig einen Anteil von 49,9 Prozent an. Weitere Allianzen wurden mit Niebüll, Reinbek-Wentorf und Bad Bramstedt geschmiedet.


Das Geschäftsfeld Strom ist gekennzeichnet durch eine steigende Nachfrage in allen Kundengruppen. So wurden im Geschäftsjahr 2000 mehr als 9700 Millionen Kilowattstunden (plus 4,6 Prozent) abgesetzt. Hier trug insbesondere der Zuwachs durch neu hinzugewonnene Kunden außerhalb des Netzgebietes in Schleswig-Holstein (200 Millionen Kilowattstunden) bei. Auch der Gasabsatz stieg an. Mit insgesamt 12 059 Millionen Kilowattstunden lag er um 6,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Ursache hierfür ist - trotz der erneut milden Witterung - ein deutlicher Anstieg der Abnahmemengen bei einigen Großkunden.


Gleichzeitig gab das Rendsburger Unternehmen bekannt, dass es ab September 2001 alle Netzaufgaben der E.ON Netz in Schleswig-Holstein übernehmen wird. "Die Schleswag wird abermals deutlich gestärkt. Das ist ein weiteres positives Signal an den Standort Schleswig-Holstein", sagte Hans-Dieter Harig, Aufsichtsratsvorsitzender der Schleswag und zugleich Vorstandsvorsitzender der E.ON Energie AG. Das Unternehmen wird operativ verantwortlich für alle Spannungsebenen, E.ON Netz bleibt weiterhin Eigentümer der Hochspannungsnetze und zuständig für strategische Fragen. Harig: "Wenn zwei Unternehmen wie Schleswag und E.ON Netz ihr operatives Geschäft zusammenführen, stärkt das nicht nur die wirtschaftliche Kraft. Es erhöht darüber hinaus Chancen für neue Dienstleistungen, die wir auf dem Energiemarkt anbieten wollen." Zur Zeit betreibt die E.ON Netz GmbH die Höchst- und Hochspannungsnetze mit 380, 220 und 110 kV und die Schleswag die Mittelspannungsnetze (60, 30, 20 und 10 kV) sowie die Niederspannungsnetze (400 V).