Protest von Bürgerinitiativen

Gutachten: Stromtrasse durch Thüringer Wald notwendig

Die Thüringer Landesregierung hat mit einem neuen Gutachten die von Vattenfall geplante Starkstromleitung durch den Thüringer Wald verteidigt. Darin wird die 380-kV-Leitung von Halle nach Schweinfurt als "energierechtlich notwendig" eingestuft, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) im Erfurter Landtag.

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Erfurt (ddp-lth/red) - Darüber hinaus sei die Starkstromleitung zur Gewährleistung der Netzsicherheit erforderlich. Vattenfall will die 380-KV-Leitung nach eigenen Angaben errichten, um Energie aus Windkraftanlagen aufzunehmen. Weil die Trasse mehrere Naturschutzgebiete durchschneidet, ist sie stark umstritten. Mit der Interessengemeinschaft "Achtung Hochspannung" wenden sich mehrere Bürgerinitiativen seit etwa zweieinhalb Jahren gegen das Vorhaben.

Der Teilabschnitt von Halle nach Vieselbach ist bereits in Betrieb. Im weiteren Verlauf zwischen Altenfeld und der Landesgrenze zu Bayern ist teils eine Erdverkabelung geplant. Laut Studie sind die Mehrkosten dafür vertretbar, betonte Reinholz. Weitere Trassen in Thüringen unterirdisch zu verlegen, wie von der SPD gefordert, wäre aber zu teuer, so der Minister.

Die Linke ist entschieden gegen den Bau der Leitung durch den Thüringer Wald. Die Abgeordnete und Bürgermeisterin der betroffenen Gemeinde Großbreitenbach, Petra Enders, verwies auf das Gutachten des Wiesbadener Wirtschaftsprofessors Lorenz Jarass, der das Projekt als nicht notwendig beurteilt hatte. Jarass zufolge reicht die Aufrüstung der bestehenden Leitung aus.