Höchstspannungsleitung

Gutachten hält 380-kV-Trasse durch Thüringer Wald für überflüssig

Der Bau einer Höchstspannungsleitung durch den Thüringer Wald ist überflüssig, so das Ergebnis eines Gutachtens der Forschungsgesellschaft für Alternative Technologien und Wirtschaftsanalysen (ATW), welches von das von 33 südthüringischen und oberfränkischen Kommunen in Auftrag gegeben wurde.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Gegen die von Vattenfall geplante Hochspannungsleistung durch den Thüringer Wald gibt es erheblichen Widerstand, unter anderem befürchten Gemeinden Nachteile für den Tourismus. Die Stromtrasse ist laut Vattenfall nötig, um die in Offshore-Windanlagen in der Nordsee erzeugte Energie in das Stromnetz einzuspeisen.

Dem ATW-Gutachten zufolge reichen jedoch die vorhandenen Kapazitäten der bestehenden Hochspannungsleitungen noch bis zum Jahr 2010 aus, so ein Bericht der Zeitung "Freies Wort". In dieser Zeit könnte die Belastbarkeit des Netzes "durch eine witterungsabhängige Steuerung sowie durch die Ausstattung mit modernen Kabeln" um mindestens 50 Prozent gesteigert werden. Dafür würden nur 15 Prozent der Kosten fällig, zudem wäre diese Maßnahme schneller und ohne massive Eingriffe in die Natur realisierbar.

Der Wirtschaftswissenschaftler Lorenz Jarass vom ATW hält es für nicht nachvollziehbar, dass der Energiekonzern keine Unterlagen zur Notwendigkeit der Stromtrasse vorgelegt habe. Jedoch sei ebenfalls verwunderlich, dass das Thüringer Landesverwaltungsamt solche Unterlagen nicht angefordert habe, so Jarass in einem Interview mit dem Blatt.

Weiterführende Links
  • Zum Interview mit Lorenz Jarass
  • Zum Artikel der Zeitung Freies Wort