Kühlen Kopf bewahren

Gut gedämmte Gebäude lassen die Hitze draußen

Große Dachfenster, schlechte Gebäudedämmung, falsch geplante Wintergärten oder Südfassaden ohne Beschattung - wenn der Sommer so richtig heiß wird, werden solche Bausünden zur Qual. Treten Zimmertemperaturen von 30 Grad und mehr auf, sind sie ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Haus eine schlechte Energiebilanz hat.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Energieeffiziente Gebäude, die über gedämmte massive Außenwände und Dächer sowie Wärmeschutzfenster verfügen, heizen sich bei hohen Außentemperaturen nicht so stark auf. Darauf verweist die Deutsche Energieagentur (dena). Aber auch im Winter macht sich die Dämmung kostengünstig bemerkbar, denn es wird weniger Energie benötigt, um die Räume zu heizen.

Betroffene Hausbesitzer sollten daher über eine energieeffiziente Sanierung nachdenken, um nachhaltig Energiekosten zu sparen und das Wohnklima im Gebäude zu verbessern, empfiehlt die dena. Für diese Saison ist es dafür allerdings zu spät. Aber es gibt ein paar einfache Tipps, um die Innentemperaturen im Haus dennoch auf ein erträgliches Maß zu senken.

Wirkungsvoll: Rollos lassen Hitze draußen

Die meiste Hitze kommt über die Fenster ins Haus. Außen angebrachte Jalousien, Fensterläden und Rollos schützen recht wirkungsvoll. Sie reflektieren die Sonnenstrahlen, bevor sie durch die Fenster in die Räume eindringen und diese aufheizen können. Die Außenflächen der Rollos sollten hell oder mit Metall beschichtet sein. Dann können sie die Sonneneinstrahlung um mindestens 75 Prozent reduzieren, errechnete die dena. Weniger Wirkung haben Innenrollos an den Fenstern. Aber ganz unnütz sind sie nicht. Wenn sie hell und beschichtet sind, können sie immerhin 25 Prozent der Sonnenstrahlen abhalten.

Von Klimageräten und Ventilatoren halten Energieexperten dagegen nicht viel. Ventilatoren wirken zwar zunächst durch die Luftverwirbelung erfrischend, kühlen den Raum wie ein Kühlschrank, sind jedoch wenig gesundheitsfördernd, denn sie können zu Verspannungen im Nacken oder gereizten Schleimhäuten führen, betont die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Auch sie rät nur bedingt zum Einsatz von Klimageräten.

Klimageräte im Test wenig überzeugend

Klimageräte für den Privatgebrauch, die sich in erschwinglichen Preislagen bewegen, führen die angesaugte Wärme meist über einen Schlauch nach draußen. Der Abluftschlauch wird häufig durch ein gekipptes Fenster geführt, durch das wiederum warme Luft eindringt. Ein Kreislauf beginnt, der die Energiekosten erhöht und selten wirklich Abhilfe schafft. Hinzu kommt die mitunter nicht unerhebliche Geräuschbelästigung, was die Nutzung im Schlafzimmer schwierig macht.

Die Stiftung Warentest testete unlängst 12 Klimageräte zur Raumkühlung, davon sieben Einzelgeräte mit integriertem Wärmetauscher und fünf zweiteilige Geräte mit separatem Wärmetauscher. Die Preise lagen zwischen 179 und 2010 Euro. Das Ergebnis war ernüchternd. Nur drei Geräte konnten die Tester überzeugen. Am besten schnitten zweiteilige Geräte mit einem separaten Wärmetauscher im Freien ab, die jedoch die Stromrechnung in die Höhe schnellen lassen.

Richtig lüften am Morgen und Abend

Grundsätzlich gilt an heißen Sommertagen, möglichst viel kühle und frische Luft ins Haus zu bekommen. Das geht am besten durch langes Lüften am frühen Morgen und am späten Abend, wenn die Außentemperaturen gesunken sind. Spätestens ab 11 Uhr vormittags sollten alle Fenster und Türen geschlossen bleiben, damit die Sommerhitze nicht eindringen kann.

Wer sein Haus für den nächsten Sommer fit machen möchte, kann sich im Internet unter dena.de informieren oder sich an einen Energieberater der Verbraucherzentralen wenden.

Für Häuser, in denen sich die Hitze besonders unter dem Dach staut, eignet sich oft auch eine Dachbegrünung. Die Pflanzen halten die Hitze ab, ihre Feuchtigkeit unterstützt die dämmende und kühlende Wirkung. Bei vielen Gemeinden gibt es Fördermittel für die Dachbegrünung, und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt günstige Kredite.