Positives Raumordnungsverfahren

Grünes Licht für Offshore-Projekt am Darß

Das Bauvorhaben für einen Offshore-Windpark vor der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern wurde jetzt mittels eines Raumordnungsverfahrens positiv beschieden. "Baltic I" wird maximal 21 Windräder mit einer Höhe von 125 und 164 Meter Höhe umfassen. Zwei der Anlagen sollen fünf Megawatt Strom erzeugen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Der umstrittene Offshore-Windpark "Baltic I" vor der Halbinsel Darß ist seiner Realisierung einen großen Schritt näher gekommen. Das Bauvorhaben sei im Rahmen des Raumordnungsverfahrens als raum- und umweltverträglich eingestuft worden, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Landesentwicklungsminister Helmut Holter (PDS) gestern in Schwerin mit. Das Kabinett stehe geschlossen hinter der Entscheidung.

Während Holter die Bedeutung des 110 Millionen teuren Pilotprojekts für den Nordosten unterstrich, drohten Gegner des Vorhabens mit juristischen Schritten. Holter betonte jedoch, alle Einwände gegen die Windkraftanlage seien eingehend geprüft worden. Im Vordergrund habe dabei die Schiffssicherheit mit Blick auf die nahe gelegene Kadetrinne gestanden. Das Risiko von Kollisionen wurde von den Experten laut Holter als äußerst gering eingeschätzt. Und auch die Beeinträchtigung der Landschaft bewertete Holter als vertretbar.

Einen Rückgang der Touristenzahlen, der von einer Studie der Fachhochschule Stralsund vorhergesagt worden war, erwartete er ebenfalls nicht. Spürbare Auswirkungen wird es den Angaben zufolge jedoch auf den Kranichzug im Frühling geben. Dies sei aber kein ausreichender Grund für eine Ablehnung gewesen, sagte Holter. So sei es möglich, die Anlagen während der Wanderung der Vögel vorübergehend abzuschalten.

Das Bauvorhaben wird nun durch das Staatliche Amt für Umwelt und Naturschutz Stralsund geprüft. Holter rechnete bis zum Sommer mit der Erteilung der Baugenehmigung. Er unterstrich, das Pilotprojekt bedeute "eine riesengroße Chance" für Mecklenburg-Vorpommern, welche dem Land unschätzbare Vorteil gegenüber anderen Standorten verschaffen werde.

Stellvertretend für die breite Front der Gegner des Vorhabens kritisierte der Geschäftsführer des Tourismusverbands Fischland-Darß-Zingst, Fried Krüger, den Beschluss scharf. Er sei bestürzt über die Ignoranz, mit der regionale Belange übergangen würden. Die Interessen der Werftenlobby in Rostock hätten anscheinend über die zu erwartenden negativen Auswirkungen für den Tourismus, die Schiffssicherheit sowie die Umwelt gesiegt. Krüger signalisierte eine hohe Bereitschaft bei seinem Verband und den Kommunen, gegen die Errichtung der Anlagen Klage einzureichen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Eckhardt Rehberg schloss sich der Kritik an. Fragen des Naturschutzes hätten anscheinend aufgrund des politischen Drucks nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Holter selbst habe zugegeben, dass noch Fragen offen seien. Eine sachgerechte Abwägung habe es damit nicht gegeben.

"Baltic I" wird maximal 21 Windräder mit einer Höhe von 125 und 164 Meter Höhe umfassen. Zwei der Anlagen sollen fünf Megawatt Strom erzeugen.

Von Nina Jerzy