Lobby-Interessen

Grünen-Politiker Beck greift Umweltpolitik der SPD scharf an

Die Bundesregierung habe noch nicht begriffen, dass Ökologie für eine Modernisierung Deutschlands nötig sei, sagt der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, jetzt in einem Interview. Er warf Wirtschaftsminister Clement vor, zu sehr die Lobby-Interessen der Energiekonzerne zu vertreten.

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Osnabrück (ddp/sm) - Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, hat die Umweltpolitik der SPD scharf kritisiert. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe) warf Beck Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) vor, zu sehr die Lobby-Interessen der alten Energiekonzerne zu vertreten. Clement habe hier zu wenig im Interesse der Modernisierung der Volkswirtschaft agiert, kritisierte der Grünen-Politiker.

"Die Sozialdemokraten begreifen das Thema Ökologie immer noch zu sehr als Luxusthema und zu wenig als Modernisierungsprojekt", sagte Beck. Die SPD habe in diesem Bereich noch erhebliche Defizite aufzuarbeiten. Dies hätten die Grünen etwa im Streit um die Energiepolitik erlebt. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) habe noch nicht verstanden, dass die Ökologie für eine Modernisierung Deutschlands nötig sei.

Wenn Länder wie Brasilien, China und Indien mit ihrem Wirtschaftswachstum und den Technologien des letzten Jahrhunderts produzieren, "bleibt uns sprichwörtlich die Luft weg und geht uns die Energie aus", sagte Beck. Wer da ressourcensparende ökologische Technologien anbieten könne, werde die Nase auf dem Weltmarkt vorn haben.