Wettbewerb schaffen

Grünen-Chef Bütikofer fordert Zerschlagung der Energiekonzerne

Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer hat für eine Aufspaltung der Energiekonzerne ausgesprochen, um für mehr Wettbewerb bei Strom und Gas zu sorgen. Vor dem Hintergrund der geplanten Strompreiserhöhungen pbt er vor allem am Energiekonzern E.ON scharfe Kritik.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Ich glaube, gegen die oligopolistischen Praktiken, die sich E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW angewöhnt haben, kann man nur erfolgreich vorgehen, wenn man diesen Konzernen die Netzkontrolle nimmt", sagte Bütikofer im Gespräch mit Netzeitung.de. "Die Energiekonzerne in Netz- und Erzeugungsgesellschaften zu zerschlagen, hat richtigerweise schon die EU- Kommission vorgeschlagen."

Der Grünen-Chef warf der großen Koalition in diesem Zusammenhang vor, die EU-Pläne zu torpedieren. "Da stehen leider sowohl die SPD als auch die Union auf der Bremse und betätigen sich als Schutzherren dieser Konzerne", sagte Bütikofer.

Mit Blick auf die Ankündigung des Energieriesen E.ON, zum Anfang des kommenden Jahres die Preise um knapp zehn Prozent erhöhen zu wollen, sprach Bütikofer von einer "doppelten Unverfrorenheit". Schon die Begründung für die Erhöhung sei falsch, weil behauptet werde, die Preissteigerungen hingen mit den erhöhten Beschaffungskosten und den Ausgaben für erneuerbare Energien zusammen. "Das Ganze wird dann noch mit einer offenen Lüge verbunden, dass der Staat angeblich für die Kostentreiberei verantwortlich ist", kritisierte der Grünen-Chef in Anspielung auf entsprechende Äußerungen des Eon-Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat.