Castor-Behälter

Grüne würden Zwischenlagerung in Biblis dulden

Hessen ist nach Angaben von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir unter Bedingungen zur Zwischenlagerung von Castor-Behältern mit Atommüll bereit. Die vorherige hessische Regierung hatte die Aufnahme verweigert, nun deutet sich eine offenere Position an. Ein Endlager soll es aber in Biblis nicht geben.

Castor© Tiero / Fotolia.com

Frankfurt (dpa/red) - "Wir werden das in aller Ruhe klären", sagte der Grünen-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). "Wenn eine fachliche Prüfung am Ende ergäbe, dass es helfen würde, wenn Castoren in Biblis zwischengelagert werden, würden wir uns dem nicht entgegenstellen." Ein Endlager in Biblis schließt Al-Wazir aber aus.

2015 kommen neue Castoren

Ab 2015 werden 26 Castoren mit Atommüll zurückerwartet, der im Ausland wiederaufbereitet wurde. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg - rot-grün und grün-rot regiert - sind zur Aufnahme bereit, wenn mindestens ein weiteres Bundesland mitmacht.

Schwarz-Gelb in Hessen hatte das vor dem Regierungswechsel verweigert. Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag wird allerdings eine offenere Position angedeutet.

Niedersachsen will keinen Atommüll mehr

Die Suche nach einem Zwischenlager für die ungeliebten Castoren mit wiederaufbereitetem Atommüll aus Frankreich und England ist nötig, weil das rot-grün regierte Niedersachsen weitere Castoreinlagerungen im bislang dafür vorgesehenen Zwischenlager Gorleben kategorisch ablehnt. Bund und Länder hatten sich im vergangenen Jahr bei der Verhandlung zum Neustart einer bundesweiten Suche nach einem Endlager für Atommüll auch darauf verständigt, kein Land zur Zwischenlagerung zwingen zu wollen. Auf diese Weise soll der seit Jahrzehnten gärende Streit um Gorleben entschärft werden.

Quelle: DPA