Konsequenzen

Grüne wollen Vattenfall Lizenz für Atomkraftwerke entziehen

Dem Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall muss nach Überzeugung der Grünen die Lizenz entzogen werden. Fraktionschefin Renate Künast sagte der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht: "Vattenfall hat die Öffentlichkeit nicht über das wirkliche Ausmaß des Zwischenfalls im AKW Krümmel informiert."

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Berlin/Kiel (ddp/sm) - Dieses grobe Fehlverhalten scheine mehr die Regel als die Ausnahme zu sein. "Die Beinahe-Katastrophe im schwedischen AKW Forsmark, ähnliche Fehlkonstruktionen am AKW Brunsbüttel, die Explosion am AKW Brunsbüttel im Jahre 2001 - jedes Mal versuchte Vattenfall, die wahre Dimension des Problems zu vertuschen", so Künast. Die Atomaufsicht müsse jetzt umgehend die Konsequenzen ziehen.

Auch die Grünen in Schleswig-Holstein wollen Vattenfall die Betriebserlaubnis entziehen. Einen entsprechenden Antrag will die Grünen-Fraktion in der kommenden Woche in den Landtag einbringen, wie Fraktionschef Karl-Martin Hentschel heute in Kiel ankündigte. Anlass seien die massiven Vorwürfe, die Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) in der Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag gegen den Konzern erhob.

Trauernicht hatte die Informationspolitik des Kraftwerksbetreibers scharf kritisiert. Das Ministerium hätte von dem Unternehmen nach dem Brand und der Abschaltung im AKW Krümmel in der vergangenen Woche zunächst "lediglich Stichworte" über die Störungen bekommen. Während der Vorfälle in Geesthacht und Brunsbüttel sei der Weltkonzern zudem "nicht präsent gewesen".

Hentschel betonte, bereits im vergleichbaren Fall der Wasserstoffexplosion im AKW Brunsbüttel habe es 2001 massive Verzögerungen und Falschinformationen von Vattenfall gegeben. Damals habe der Betreiber eine Neuorganisation der Verantwortlichkeiten vorgenommen und personelle Konsequenzen gezogen, um einen Entzug der Betriebserlaubnis zu vermeiden. Weil sich die Vorfälle nun wiederholten, müssten alle rechtlich möglichen Konsequenzen geprüft werden.