Wirtschaftliche Nachteile

Grüne warnen vor "absurder Debatte" um Windkraftanlagen in NRW

Der Ausbau der Windenergie sorgt weiter für Zündstoff, vorallem in Nordrhein-Westfalen. Die Grünen warnten davor, einen gutentwickelten Wirtschaftsbereich mit einer "absurden Debatte" zu behindern. Die FDP hingegen nannte es "ökonomischen Mumpitz", dass durch Windenergie neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Grünen warnen vor wirtschaftlichen Nachteilen durch die anhaltende Debatte über die Windkraftnutzung in NRW. Der Exportanteil mancher Unternehmen im Land, die Windräder entwickeln und bauen, liege mittlerweile bei bis zu 70 Prozent, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Reiner Priggen, am Dienstag in Düsseldorf. Deutsche Technologie sei in diesem Bereich weltweit führen. Es wäre daher falsch, einen Wirtschaftsbereich, der so gut entwickelt sei, durch eine "absurde Debatte" zu behindern.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Gerhard Papke, kritisierte die Äußerungen von Priggen. So sei es "ökonomischer Mumpitz", dass durch die Windenergie neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Vielmehr würden durch die Subventionierung der Windkraft Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet, weil Unternehmer und Verbraucher mit "gigantischen Kosten" belastet seien.

Derweil drängen die Grünen weiter auf ein zügiges Ende der Steinkohlesubventionen. Nach dem Auslaufen der jüngsten Anschlussregelung im Jahr 2012 solle ein Ende der Förderung beschlossen werden, sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Michaele Hustedt. Argumente, wonach das Ende der heimischen Kohleförderung auch negative Auswirkungen auf den Kraftwerksbau in NRW hätte, wiesen Hustedt und Priggen zurück. Hier gebe es keinen kausalen Zusammenhang.

Positiv bewerten die Grünen die Ankündigungen der Stromversorger, in den kommenden zehn Jahren zehn Milliarden Euro in den Bau neuer Kraftwerke zu investieren, davon fünf Milliarden in NRW. Hier lägen große Chancen für Deutschland, eine Zukunftsbranche mit krisensicheren Arbeitsplätzen auszubauen, betonte Hustedt. Dazu gehöre auch die Entwicklung einer modernen und effizienten Technologie für Kohlekraftwerke.

Allerdings rechnet Hustedt damit, dass es aus Klimaschutzgründen eine verstärkte Verschiebung zugunsten von Gaskraftwerken geben wird. Werde ein altes Kohlekraftwerk durch ein modernes Gaskraftwerk ersetzt, könnten bis zu 80 Prozent der Kohlendioxid-Ausstoßes eingespart werden. Gute Chancen sieht die Partei dabei auch für den Bau eines geplanten Gaskraftwerkes in Hürth. Hier werde in den kommenden Wochen eine Entscheidung fallen.