Debatte

Grüne lehnen Kraftwerksneubau im Saarland weiter ab

Die saarländischen Grünen kritisierten den geplanten Neubau eines Kohlekraftwerks in der geplanten Form als "völlig überdimensioniert". Die FDP plädierte für ein CO2-freies Kraftwerk, die Landesregierung hingegen verteidigte den Neubau.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp/sm) - Die saarländischen Grünen haben den möglichen Neubau eines Kohlekraftwerkes am Standort Ensdorf in der geplanten Form ein weiteres Mal abgelehnt. Die von RWE-Power geplanten beiden neuen Kraftwerksblöcke seien "völlig überdimensioniert" und zeugten von "Anachronismus", kritisierte Grünen-Chef Hubert Ulrich am Mittwoch in einer klimapolitischen Debatte des saarländischen Landtags. Sinnvoller sei ein Konzept zur dezentralen Energieversorgung mit einer deutlichen Effizienzsteigerung.

Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) und die SPD verteidigten dagegen den Neubau als Ersatz für ältere Kraftwerke. Aus Sicht der FDP soll bei einem Neubau möglichst ein Kohlendioxid-freies Kraftwerk angestrebt werden.

Die Landesregierung wolle nicht nur für die neue Investition am Standort Ensdorf werben, sondern arbeite "intensiv darauf hin", sagte Mörsdorf. Es sei notwenig, alte Kraftwerke durch neue zu ersetzen, zudem würden auch weiterhin Kohlekraftwerke als "Brücke ins solare Zeitalter gebraucht", sagte auch SPD-Fraktionsvize Ulrich Commercon. Zugleich setzte er sich zur Effizienzsteigerung der geplanten Kraftwerke für den Ausbau der Fernwärmenetze ein.

Aus Sicht der FDP müsse bei einem Neubau "modernste Technologie" eingesetzt werden, sagte der Abgeordnete Karl-Josef Jochem. Ziel sei, möglichst ein CO2-freies Kraftwerk zu errichten. Die FDP fordere ein Konzept mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent des saarländischen Energiebedarfs aus regenerativen Energien zu decken. Dazu gehörten auch die Förderung der Geothermie, also der Nutzung von Erdwärme, sowie von Solarprojekten.

Aus Sicht der Grünen sollten öffentliche Zuschüsse für Baumaßnahmen künftig an einen Beitrag zum Klimaschutz gekoppelt werden. Dazu müsse die Landesregierung ein entsprechendes Zukunftskonzept für die Energieversorgung des Landes vorlegen, sagte Ulrich.