dena-Bericht

Grüne kritisieren "Stromlücken-Lüge"

Die Grünen weisen Warnungen vor drohenden Energieengpässen bei einem Verzicht auf ausreichende Kraftwerksneubauten entschieden zurück. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sprach von einer "Stromlücken-Lüge", mit der versucht werde, der Öffentlichkeit "etwas einzureden, das durch die Fakten nicht gedeckt wird".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Kronzeuge der angeblichen Lücke sei dabei die Deutsche Energie-Agentur (dena). Diese habe bei Vorlage eines entsprechende Szenarios die Annahmen gezielt so gewählt, dass eine "Stromlücke gar nicht vermeidbar ist", bemängelte der Grünen-Chef. Hier werde mit der Sorge der Öffentlichkeit um eine gesicherte Stromversorgung "in böswilliger Absicht Schindluder getrieben". So werde im Monitoringbericht die Bundesnetzagentur nach einer Befragung der Kraftwerksbetreiber von einer Stilllegung von 2400 Megawatt bis 2020 berichtet. Die dena nehme dagegen mehr als das Zehnfache an.

Zudem berechnete die dena einen "extrem kleinen Anteil der erneuerbaren Energien an der gesicherten, verfügbaren Leistung", argumentierte Bütikofer. Dies liefe darauf hinaus, dass Offshore-Windanlagen bis 2020 keinen relevanten Beitrag zu dieser Leistung brächten. Auch gehe die dena in ihrer Rechnung einfach davon aus, dass es bei dem derzeit "erheblichen Stromexport" aus Deutschland in Nachbarländer bleibe. Ferner würden die angestrebte Stromeinsparung "heruntergerechnet" und etwa innovative Speichertechnoligen nicht berücksichtigt, an denen derzeit intensiv geforscht werde.