Interview

Grüne kritisieren Rohstoffkampagne des RAG-Chefs Müller

Gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" vom heutigen Donnerstag hat die grüne Energieexpertin Michaele Hustedt die Rohstoffkampagne der RAG als einen "durchsichtigen Versuch" gewertet, "um die Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau zu rechtfertigen".

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Berlin (red) - Die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Michaele Hustedt, hat die Rohstoffkampagne des Energiekonzerns RAG als einen "durchsichtigen Versuch" gewertet, "um die Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau zu rechtfertigen".

Gegenüber dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) erneuerte sie ihre Forderung nach einer schnellen Rückzahlung der Subventionen für die RAG, weil der Weltmarktpreis für Kraftwerkskohle zuletzt so kräftig gestiegen sei. Die zurzeit mit drei Milliarden Euro subventionierte Steinkohle "ist ein Auslaufmodell", sagte sie weiter. Aufgabe des Staates könne es nicht sein, die heimische Kohleförderung dauerhaft zu stützen. "Kohle gibt es überall auf der Welt."

Der RAG-Chef und frühere WirtschaftsministerWerner Müller hat auch angeboten, Kokskohle in Deutschland wieder zu wettbewerbsfähigen Preisen zu fördern. "Wenn Müllers These stimmt", sagte Hustedt, "dann braucht er auch keine Subventionen für dieses Projekt." Die RAG habe alle Freiheiten, eine neue Kokerei oder Zeche mit Hilfe der Stahlindustrie zu bauen, "aber ohne die Hilfe des Staates".