Gesundheitsgefährdung

Grüne kritisieren Pläne zu Wäscherei für AKW-Schutzkleidung

Die niedersächsischen Grünen kritisieren die Pläne der E.ON-Tochter Dekonta für eine AKW-Schutzkleidungs-Wäscherei im Kreis Cuxhaven. Sie befürchten, dass die Anlage auch zur Kontaminierung stärker verstrahlter Anlagenteile genutzt werde und fürchten eine Gesundheitsgefährung der Bevölkerung.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/sm) - "Bisher wurden solche Dekontaminationsanlagen immer nur innerhalb der Atomkraftwerke betrieben", sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Klein. Es sei nicht zu akzeptieren, dass ohne Diskussion neue Strukturen in der atomaren Entsorgung ausprobiert würden. Der Betrieb der Anlage für verstrahlte Schutzkleidung und Atemschutzmasken schaffe ein zusätzliches Gefährdungspotenzial.

Klein betonte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine Ausweitung der Dekonta-Aktivitäten auch auf stärker verstrahlte Anlagenteile geplant sei. Der Grünen-Abgeordnete brachte deshalb eine parlamentarische Anfrage auf den Weg. Er wolle klären lassen, wie eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung ausgeschlossen werden könne. Zudem will der Grüne von der Landesregierung wissen, wie zusätzliche atomare Einrichtungen außerhalb der Kraftwerke zu rechtfertigen seien.

Am Samstag hatten in der Samtgemeinde Hagen rund 400 Menschen gegen den Bau der Wäscherei demonstriert, die kontaminierte Schutzkleidung von Mitarbeitern aus Atomkraftwerken und nuklearmedizinischen Laboren reinigen soll.