Sauber nicht machbar

Grüne kritisieren Merkel wegen Aussagen zu Steinkohlekraftwerk

Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern haben mit Unverständnis auf das Bekenntnis der Landes-CDU zum Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin reagiert. Landesvorstandssprecherin Ulrike Berger kritisierte insbesondere die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Merkel hatte sich am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in Binz entschieden hinter die Pläne des dänischen Energiekonzerns Dong Energy gestellt. Wenn Merkel behaupte, dass das Kraftwerk weder Ostsee noch Luft verschmutze, sei der Naturwissenschaftlerin ganz offensichtlich jeglicher Sachverstand abhanden gekommen, sagte Berger. Saubere Steinkohlekraftwerke seien auch mit neusten Techniken nicht machbar.

Berger wies zudem das Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen zurück. Nennenswerte Jobs entstünden nur beim Bau, aber nicht beim Betrieb des Kraftwerks. Sie könnten die Arbeitsplatzverluste im Tourismusbereich nicht aufwiegen.

Auf dem CDU-Landesparteitag hatten die Delegierten einen Antrag des Kreisverbandes Rügen abgelehnt, der wegen der zu befürchtenden Umwelt- und Imageschäden einen Planstopp für die Zwei-Milliarden-Investition gefordert hatte. Stattdessen votierte der Parteitag bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für die zügige Realisierung des Projekts.