Brandenburg

Grüne: Kohlendioxidausstoß bis 2020 um ein Drittel senken

Brandenburgs Grüne drängen die Landesregierung zu mehr Engagement beim Klimaschutz. Sie fordern die Einsparung von einem Drittel der heutigen CO2-Emisisonen von heute, einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle sowie die Intallation von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Oder (ddp-lbg/sm) - In einem am Samstag auf einem Kleinen Parteitag in Frankfurt (Oder) verabschiedeten Antrag wird fordern die Grünen, dass Brandenburg bis 2020 mindestens ein Drittel der heutigen Kohlendioxidemissionen einsparen soll. Der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, sagte vor den 27 Delegierten, dass Deutschland ohne Maßnahmen zum Klimaschutz in mittlerer Zukunft tropische Sommer mit zeitweise 45 bis 48 Grad drohten.

"Bis 2010 muss daher ein Konzept für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle vorgelegt werden", heißt es in dem mit einer Stimmenthaltung angenommenen Beschluss des Parteitags. Die märkischen Braunkohlekraftwerke erzeugten mit 40 Millionen Tonnen Kohlendioxyd im Jahr 60 Prozent aller energiebedingten Emissionen im Land. Der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Energiestrategie des Landes müsse forciert werden. Ziel sei, dass 100 Prozent des Stroms spätestens 2030 aus regenerativen Quellen kommen.

Zudem sollten auf Gebäuden im Landesbesitz wie Gerichten, Verwaltungen und Hochschulen spätestens bei der nächsten Sanierung Solaranlagen installiert werden, heißt es in dem Beschluss. In öffentlichen Gebäuden sollten nur noch Energiesparlampen eingesetzt werden. Die Akzeptanz für Windkraftanlagen müsse durch geeignete Standortauswahl erhöht werden. Die Grünen sprechen sich zudem für eine stärkere Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs und des Ökolandbaus aus.

Schellnhuber warnte, dass ohne weltweite Klimaschutzmaßnahmen die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis 2200 um bis zu 5,4 Grad Celsius steigen könnte. Doch auch wenn die Klimapolitik greift, sei ein Temperaturanstieg unter 1,7 Grad nicht zu vermeiden. Dazu müsse der weltweite Kohlenstoffausstoß bis Mitte des Jahrhunderts halbiert werden. Der Klimawandel bedrohe den Amazonas-Regenwald, der durch zurückgehende Niederschläge bis zum Ende des Jahrhunderts verschwinden könnte, sowie die Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis.

Die größte Herausforderung sei aber der Anstieg des Meeresspiegels, der ohne Gegenmaßnahmen in 2000 Jahren um 50 Meter klettern könnte, sagte der Forscher. Als wichtigste Maßnahmen zum Klimaschutz bezeichnete er den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Kernenergie werde das globale Klimaproblem dagegen nicht lösen können. Deutschland sollte aber über eine Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke nachdenken unter der Bedingung, die Gewinne in erneuerbare Energien zu investieren.