"Nicht durch die Hintertür"

Grüne fordern von RWE Stopp für Kraftwerksneubaupläne in Ensdorf

Die Grünen fordern RWE auf, die Genehmigungspläne für den Neubau eines Großkraftwerks in Ensdorf schnellstmöglich zurückziehen. Nach dem klaren Bürgervotum gegen das Kraftwerk dürfe das Genehmigungsverfahrens nicht "durch die Hintertür" weiter betrieben werden, sagte Parteichef Hubert Ulrich.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Bislang hat das Unternehmen die Rücknahme des Antrags zwar angekündigt, dies aber noch nicht vollzogen. Zugleich forderte Ulrich RWE auf, den "Schmollwinkel" nach der Abstimmungsniederlage zu verlassen und für den Standort Ensdorf einen Vorschlag zu machen, der auch von der Bevölkerung akzeptiert werden könne. Niemand habe etwas dagegen, dass RWE dort ein Kraftwerk betreibe. Die bisherigen Pläne seien lediglich wegen der "übertriebenen Dimensionierung" gescheitert. Zugleich appellierte Ulrich an die Landesregierung, die Weichen für eine Dezentralisierung der Energieversorgung unter Beteiligung der Kommunen zu stellen.

RWE hatte am Standort Ensdorf den Bau eines 1600-Megawatt-Kohlekraftwerks mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Milliarden Euro geplant. Bei einer Bürgerbefragung, an der 70 Prozent der Wahlberechtigten teilnahmen, sprachen sich allerdings 70 Prozent gegen den Bau aus.