Reaktion

Grüne fordern teilweise Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde

Die brandenburgische Grünen-Landeschefin Katrin Vohland reagiert mit ihrer Forderung einer teilweisen Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde auf einen Pressebericht, wonach das Land Brandenburg die Ziele zur Absenkung der Treibhausgas-Emissionen bislang verfehlt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp/sm) - Grünen-Landeschefin Katrin Vohland hat die Stilllegung von drei der sechs Blöcke des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz gefordert. Dadurch könnten jährlich bis zu 12,5 Millionen Tonnen CO2 in Brandenburg eingespart werden, sagte sie am Mittwoch in Potsdam. Die wegfallenden 1500 Megawatt könnten durch erneuerbare Energien ersetzt werden, die dafür weiter ausgebaut werden müssten. "Es ist ein Skandal, wenn Brandenburg sein wichtigstes Klimaziel um über 20 Prozent verfehlt. Das Land muss endlich handeln, statt ständig neue Schwüre auf die Braunkohle abzulegen", sagte Vohland.

Sie reagierte damit auf einen Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", demzufolge Brandenburg die vom Kabinett im Jahr 2002 beschlossenen Ziele zur Absenkung der Treibhausgas-Emissionen bislang verfehlt. Dies gehe aus einem unveröffentlichten Klimaschutzbericht der Landesregierung hervor.

In dem 34 Seiten umfassenden Papier heißt es demnach: "Das klimapolitische Hauptziel der aktuellen Energiestrategie ist die Senkung der CO2-Emmissionen auf 53 Millionen Tonnen pro Jahr bis zum Jahr 2010". Darauf folge das Eingeständnis, dass nach einer "gutachterlichen Vorschau" die Emissionen bis 2010 auf 64 Millionen Tonnen ansteigen würden. 2003 habe der Kohlendioxidausstoß bei 61 Millionen Tonnen gelegen. Dies sei der letzte gesicherte Wert.

Hauptverursacher von Treibhausgasen in Brandenburg sind die Braunkohlekraftwerke, aber auch die Öl-, Stahl-, und Baustoffindustrie.