In Baden-Württemberg

Grüne fordern personelle Konsequenzen in der Landes-Atomaufsicht

Die Landesregierung müsse nach den wiederholten Pannen in Atomkraftwerken (AKW), bei denen unkontrolliert Radioaktivität frei wurde, ihre Atomaufsicht "vom Kopf auf die Füße stellen", forderte der Fraktionschef der baden-württembergischen Grünen Winfried Kretschmann.

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Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann fordert die Ablösung des Leiters der Reaktorsicherheit im baden-württembergischen Umweltminsiterium, Dietmar Keil. Umweltminister Stefan Mappus (CDU) müsse einen Abteilungsleiter bestellen, der "eine etwas kritischere Haltung zur Atomkraft hat als der jetzige", sagte Kretschmann gestern in Stuttgart.

Die Landesregierung müsse nach den wiederholten Pannen in Atomkraftwerken (AKW), bei denen unkontrolliert Radioaktivität frei wurde, ihre Atomaufsicht "vom Kopf auf die Füße stellen", führte er aus.

Ein Ordnungsgeld gegen den AKW-Betreiber, den Energiekonzern EnBW, sei nicht geeignet, den sicheren Betrieb der Kraftwerke zu gewährleisten, fügte Kretschmann hinzu. Mappus hatte das in der vergangenen Woche nach einer Panne im AKW Neckarwestheim, dem zwei ähnliche Vorfälle im AKW Philippsburg vorausgegangen waren, angekündigt. Kretschmann sagte, die Zuverlässigkeit der EnBW sei bereits "x-mal durch schwerwiegende Mängel" im Betrieb der AKWs widerlegt. Die Landesregierung sei nicht in der Lage, die AKWs so zu kontrollieren, wie es dem Gefahrenpotenzial dieser Technologie entspreche.

Am 31. Juli waren zwei Mega-Bequerel Radioaktivität mit Reinigungswasser in den Neckar gelangt. Der Zwischenfall war erst am 18. August bemerkt worden. Am 27. August stand nach mehrtägigen Nachforschungen die Fehlerquelle fest.