Versorgung ausreichend?

Grüne fordern Gutachten zu Transportkapazitäten für Importkohle

Die Grünen im saarländischen Landtag fordern von der Landesregierung ein Gutachten über Transportkapazitäten für Importkohle. Die Landesregierung müsse prüfen, ob die Transportkapazitäten auf der Schiene zur Versorgung heimischer Kraftwerke mit Importkohle ausreichend seien, sagte Grünen-Chef Hubert Ulrich.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Hintergrund ist die Absicht des Kraftwerksbetreibers VSE, vor dem Hintergrund der aktuellen Kohlekrise im Saarland eine Schiffsentladestelle für Importkohle am Standort Ensdorf auszubauen.

Die Grünen befürchten, dass sich mit einem möglichen Ausbau die Unternehmen VSE und RWE, die am Standort Ensdorf zwei Kohlekraftwerksblöcke betreiben, die Option für den ursprünglich geplanten Bau eines neuen Großkraftwerks offen halten wollen. Es dürfe kein "Großkraftwerk durch die Hintertür" geben, sagte Ulrich.

Der Ausbau der Anlegestelle in Ensdorf war ursprünglich als eine wesentliche Voraussetzung für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks geplant gewesen. Dafür wäre jedoch eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig gewesen. Dies hatten die Ensdorfer in einer Bürgerbefragung mit klarer Merhheit abgelehnt und damit die Kraftwerkspläne insgesamt verhindert.

Diesem Bürgerwillen müsse sich die Landesregierung beugen, forderte Ulrich. Statt des Transportes auf dem Wasser müssten deshalb die Möglichkeiten zur Versorgung der Kraftwerke auf dem Schienenweg ausgenutzt werden, sagte der Grünen-Chef.