Brennelementeschaden

Grüne fordern Aufklärung nach Panne im AKW Gundremmingen (Upd.)

Die bayerischen Landtags-Grünen fordern von den Betreibern des AKW Gundremmingen einen genauen Bericht über den angeblichen Brennelementeschaden. Umweltminister Schnappauf wirft den Grünen "Panikmache" vor. Das Kernkraftwerk ist derzeit für Untersuchungen vom Netz.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - "Bevor das Atomkraftwerk Gundremmingen wieder anfährt, wollen wir genau wissen, was die Ursache war," sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Paulig. "Mit Gundremmingen sind derzeit sechs von siebzehn Atomkraftwerken bundesweit stillgelegt - davon die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel, Biblis A und B und eben Gundremmingen C wegen meldepflichtiger Ereignisse", sagte Paulig. Dies sei ein "erneuter Beweis", dass Atomkraft "störanfällig und ein großes Sicherheitsrisiko" sei.

Schnappauf kritisiert "Panikmache"

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) verurteilte den Schluss der Grünen als "Panikmache". "Ein Vorkommnis, das innerhalb des bestimmungsgemäßen Betriebs liegt, wird zum Anlass genommen, von Störanfälligkeit zu sprechen", kritisierte er am Freitag auf ddp-Anfrage.

Wie eine Sprecherin des Kraftwerks Gundremmingen am Freitag sagte, sollte der Block am Abend vom Netz gehen, um den Reaktorkern zu überprüfen. Alle 784 Brennelemente würden durch "systematische Entnahme mehrerer hundert Gas- und Wasserproben" untersucht. Damit sollen "beschädigte Brennelemente punktgenau" gefunden werden.

Bei einer Routineuntersuchung war eine "leicht erhöhte Aktivität" im Reaktorwasser festgestellt worden. Die Überprüfung werde von Mitarbeitern des Kraftwerks durchgeführt, das bayerische Umweltministerium überwache die Maßnahmen.

Paulig: Auch Isar I ist unsicher

Laut Paulig ist neben Gundremmingen auch der Atommeiler Isar I im niederbayerischen Landshut unsicher. "Das ist das älteste und gefährlichste Atomkraftwerk im Freistaat", sagte sie. Paulig verwies auf die Lage des Meilers in der Einflugschneise des Münchner Flughafens und auf die im Vergleich zu anderen Kraftwerken extrem dünne Außenwand.

Den Betreibern zufolge ist der Meiler in Gundremmingen das leistungsstärkste Atomkraftwerk in Deutschland. Der hier erzeugte Strom entspreche etwa 30 Prozent des gesamten bayerischen Jahresstromverbrauchs. Betreiber der Anlage ist die Kernkraftkraftwerk Gundremmingen GmbH, die zu 75 Prozent der RWE Power AG in Essen und zu 25 Prozent der E.ON Kernkraft GmbH in Hannover gehört.