Sparmaßnahmen

Grüne: Energiewende-Ziele in weiter Ferne

Nach Einschätzung der Grünen wird die Regierung ihre Energiewende-Ziele teils deutlich verfehlen. Vor allem in Bereichen Verkehr und Wärme hinke Rot-Grün den Vorgaben hinterher. Werde der Trend nicht umgekehrt, werde nicht einmal die Hälfte der geplanten Einsparungen erreicht.

Energiewende© jonasginter / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Bundesregierung wird nach Ansicht der Grünen ohne zusätzliche Maßnahmen ihre bis 2020 angestrebten Öko-Ziele bei der Energiewende teilweise deutlich verfehlen. Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion ergab, dass Schwarz-Rot beim Einsparen von Energie vor allem im Verkehrs- und Wärmebereich meilenweit hinterher hinkt.

Weniger Erneuerbare im Verkehrsbereich

So sank der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich im ersten Halbjahr 2015 nach FÖS-Berechnungen auf 5,1 Prozent - obwohl eine EU-Richtlinie ein Einsparziel von 10 Prozent bis 2020 vorgibt. Im Wärmebereich sind vom 14-Prozent-Ziel erst 10,8 Prozent umgesetzt. Beim Primärenergie-Verbrauch, wo gegenüber 2008 ein Fünftel (20 Prozent) eingespart werden soll, liegt die Minderung derzeit nur bei 6,8 Prozent.

Zu viel Kohlekraft, zu wenig Klimaschutz

Die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Julia Verlinden, sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Die Bundesregierung wird ihre Energiewende-Ziele krachend verfehlen." Wenn der Trend nicht umgekehrt werde, schaffe die Koalition noch nicht einmal die Hälfte der angestrebten Einsparung. Stattdessen werde weiter enorm viel Kohle verheizt und zu wenig für den Klimaschutz getan.

Ziele im Strombereich sind zu schaffen

Nur im Strombereich werde die Regierung ihre Ziele erfüllen, die aber auch nicht besonders ambitioniert seien. "Doch bei der Kanzlerin führt das höchstens zu einem gelangweilten Achselzucken. Statt einzugreifen, belohnt sie lieber weiter die fossile Energieerzeugung, zum Beispiel mit Extra-Prämien für uralte Braunkohlekraftwerke", kritisierte Verlinden.

Quelle: DPA