Aufforderung

Grüne begrüßen Pflügers Forderung nach Abkehr von Atomkraft

Die Berliner Grünen haben die Forderung von CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger an seine eigene Partei nach Abkehr von der Atomkraft und mehr Engagement für erneuerbare Energien begrüßt. Die CDU setzte sich hier nicht mit der Kraft ein, die erforderlich sei, sagte das CDU-Präsidiumsmitglied in einem Zeitungsgespräch.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Der Kurs des ehemaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer (CDU) für einen Ausbau dieser Technologien müsse in der CDU "wieder mehr zum Tragen kommen", so Pflüger gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel". Je früher man hier die Weichen stelle, "desto besser".

Zugleich forderte Pflüger von seiner Partei eine Abkehr von der Atomkraft. Sie sei nur eine "Übergangstechnologie", die "auf Dauer vom Menschen nicht beherrschbar ist", sagte er dem Blatt. Das Problem der Endlagerung, das Restrisiko technischer Unfälle, mögliche terroristische Angriffe sowie die Gefahr des Missbrauchs zum Bau von Atomwaffen sei zu groß. Der Neubau von Kohlekraftwerken sei jedoch noch schlimmer als die Verlängerung der Laufzeiten für bestehende Atomkraftwerke.

Die CDU-Führung hatte sich in den vergangenen Wochen für die weitere Nutzung der Atomenergie in Deutschland ausgesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte zwar, sie stehe zu dem von der großen Koalition bestätigten Atomausstieg, doch wolle sie keine "Denkverbote" aussprechen.

Es sei gut, wenn dieses wichtige Thema eine "breitere gesellschaftliche Verankerung" finde, sagte Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig am Freitag der Nachrichtenagentur ddp. Sie glaube, dass Pflüger es mit seiner Forderung ehrlich meine, so Eichstädt-Bohlig. Der CDU-Politiker habe sich bereits vor vielen Jahren für den Umweltschutz stark gemacht. Allerdings sei sie skeptisch, dass er mit dieser Haltung im eigenen Landesverband und bei seiner Bundespartei Gehör finde. Eine Konkurrenz für die Grünen befürchtet Eichstädt-Bohlig deshalb nicht. Niemand werde ihnen das "Urheberrecht" für dieses ur-grüne Thema streitig machen.